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1. Februar 2023

Neu vereinigt in Riga: Team Stadtplanung

17 Jahre verbrachte Architekt Pēteris Ratas außerhalb seines Heimatlandes: er war Teilhaber eines Büros in New York, und arbeitete auch an Projekten in den chinesischen Städten Shenzhen und Schanghai. Zuvor hatte er an der Technischen Universität Riga und dann am Technologischen Institut in New Yersey in den USA studiert. Nun wird er "Rigas Dirigent" - der Stadtarchitekt.

Drei Kandidaten und eine Kandidatin hatten sich um das Amt in einer offenen Ausschreibung beworben: Agate Eniņa, die mit einer Arbeit über die Architektur künsterischer Gebäude an der Rigaer Technischen Universität (RTU) ihren Doktorgrad verliehen bekommen hatte (Mākslu ēku arhitektūra Latvijā”), Ingurds Lazdiņš, Architekturdozent an der RTU, und Uldis Sedlovs, der außer der Arbeit für viele verschiedene Architekturbüros auch einen Magisterabschluss im Fach Philosophie vorweisen kann. (a4d.lv)

Der Ausschreibung vorausgegangen waren Beschlüsse des Stadtrats Riga, die Arbeit der Rigaer Stadtentwicklung neu zu organisieren. Wo früher Baubehörde, Stadtentwicklung und Stadtarchitekt getrennt voneinander arbeiteten, so sollen sie dies in Zukunft gemeinsam unter dem Dach der Stadtentwicklungsabteilung tun. Die Änderungen sollen die Entwicklungs- und Bauprozesse der Stadt effektiver verwalten und kontrollieren, die zuvor in drei separaten Institutionen überwacht und diskutiert wurden, was häufig zu Widersprüchen führte und die Prozesse verlangsamte, und vielleicht auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Riga im Kontext der größeren Region verringerte. (a4d.lv)

Bereits seit einem Jahr gibt es in Riga mit Evelīna Ozola auch eine "Hauptdesignerin", ein ganz neu geschaffenes Amt. Auch Ozola ist ausgebildete Architektin, hat aber ihr Studium im Fach "Urban Design" an der TU Delft in den Niederlanden fortgesetzt. Sie beschreibt ihre Aufgaben im Interview mit dem lettischen Radio so: "Meine direkteste und klarste Aufgabe ist es, bei der Auswahl der am besten geeigneten Landschaftsgestaltungselemente zu helfen. Vereinfacht gesagt sind dies verschiedene Bänke, Mülleimer, Fahrradständer und auch Zäune." Aber auch die Umgestaltung des Stadtraums im Zuge des "Rail Baltica"-Projekts sei eine aktuelle Aufgabe. (lsm)

Als weiteres Teammitglied bei der Rigaer Stadtentwicklung gibt es auch eine "Haupt-Landschaftsplanerin" (deutsch würden wir vielleicht sagen "leitende Landschaftsplanerin"). Das ist Indra Purs, ebenfalls mit Grundausbildung in Architektur. (rdpad.lv

Das, was heute im Stadtentwicklungsbüro zusammengeführt werden soll, wurde 2009 bewusst getrennt - als eine der Konsequenzen aus einem Korruptionsskandal, in den damals der Direktor der Stadtentwicklungsabteilung Vilnis Štrams zusammen mit vier weiteren Beamten verwickelt war. Er hatte Bestechungsgelder in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro von Firmen im Zusammenhang mit der Umsetzung von Bauplänen gefordert - und auch bekommen. Unter Verdacht standen damals auch mehrere Politiker, unter anderem der Ex-Bürgermeister Gundārs Bojārs; deren Verfahren wurden aber sämtlich aus Mangel an Beweisen eingestellt. (IR / delna)

5. Juli 2021

Kioskgeburtstag

Winter 1997 - Alltag im Kioskbetrieb

Am 7. Juli 1927, also vor 94 Jahren, wurde in Riga ein kleines Bauwerk eröffnet, das als Symbol des "Art Deco" galt und das immer noch das Stadtbild ziert. Architekt war Aleksandrs Birzenieks, ein echter Rigenser, der 1893 geboren wurde und 1980 in seiner Heimatstadt starb. Birnenieks war unter anderem seit 1931 auch am Bau der Bühnen für das Lettische Sängerfest beteiligt, das damals noch auf dem Platz der Esplanade stattfand. Gemeint ist in diesem Fall nur ein Kiosk - aber der Bau soll immerhin 4000 Lat gekostet haben.

Sechs Jahre nach dem Bau ging der ganz aus Holz gebaute Kiosk, der anfangs grün gestrichen gewesen sein soll, in städtischen Besitz über. Der obere Teil war schon immer für Firmenreklame vorgesehen (LA). Nun wurde inzwischen das Gebäude für 3600 Lat jährlich vermietet. 

aus der reichhaltigen historischen
Fotosammlung von Gunārs Armans

Der Kiosk an der Ecke Krišjāņa Barona iela / Aspazijas bulvāris überlebte Krieg und Nachkriegszeit. Bis dann Mitte der 1980iger Jahre, als in Riga viele alte Holzgebäude abgerissen wurden, der Kiosk als in schlechtem technischen Zustand befindlich erklärt - und tatsächlich abgerissen wurde. 

Aber bald darauf wurde dieser Abriss als großer Fehler eingesehen - und der Kiosk erstand neu, nun mit einer Eisenkonstruktion als Grundlage. Den neuen Standort hatte der Architekt Jānis Lejnieks vorgeschlagen, Autor auch von "Das Riga das es nie gegeben hat". - Der Kiosk steht nun so, dass er den Fußgängerstrom weniger behindert - gerade diesen Umstand sieht allerdings der inzwischen pensionierte städtische Denkmalschützer Gunārs Armans als Grund für die gegenwärtigen Schwierigkeiten an. Hier einen Kiosk zu betreiben sei eben schwierig, denn hier in der Straßenmitte hasten tagtäglich die Menschen von einer Straßenseite zur anderen, um möglichst die Ampelphase bei Grün einzuhalten (delfi.lv).

Es ist also eine kleine Sehenswürdigkeit, an der viele in Riga hastig vorbeilaufen. Bis dann eine junge lettische Studentin namens Anete Melece an der Hochschule für Design und Kunst im schweizerischen Luzern sich genau diesen Kiosk als Objekt und Thema für einen Animationsfilm aussuchte - und dieser gleich mal als "bester Schweizer Trickfilm 2014" prämiert wurde. Die Geschichte von Olga, der Kioskverkäuferin, die mitten zwischen den bunten Journalen eigene Träume entwickelt und auf überraschende Weise verwirklicht, brachte auch den Atlantis-Verlag dazu, daraus ein Kinderbuch zu machen, das 2019 in deutscher, inzwischen aber auch in englischer, lettischer und sogar französischer Fassung erschienen ist, und auch beim "Deutschlandfunk" bereits eine besondere Erwähnung fand. "Formidable!" jubelt letemps.ch, und die "New York Times" meint, das Buch erteile eine Lektion: stoppt die allzu perfekten Planungen, lasst die Dinge einfach passieren. Anete Meleces Zeichnungen werden hier sogar mit Bildern von Matisse verglichen.

Nun hatte also die Kiosk-Geschichte bereits den gesamten Bereich verschiedener großer Sprachen der Welt erobert, plus die Youtube-Nerds. Anete Melece wurde für den Astrid-Lindgren-Memorial-Award nominiert. Aber damit nicht genug: das jüngste Auftragswerk der Deutschen Oper am Rhein heißt ebenfalls "Der Kiosk". Diana Syrse hat komponiert und Andrea Heuser schrieb das Libretto - mit dem gleichnamigen Kinderbuch als Vorbild (Youtube).

Nur den Kiosk aus Riga erkennen wir hier leider nicht wieder! Im Rahmen des Kulturinselfestivals in Düsseldorf erlebte das Stück am 26. Juni seine Premiere im Innenhof des Düsseldorfer Rathauses (siehe auch: Kulturbulletin d. Botschaft Lettlands). Hier kommt "multikultureller Einfluss" voll zum tragen: mit einer aus Mexiko stammenden Komponistin, inszeniert von einer Italienerin, ausgestattet mit Kostümen einer Deutschtürkin, und einer Produktionsleiterin aus dem karnevalistischen Aachen.

Olga, liebe Olga, warum sieht dein
Kiosk nun wie eine große Sahnetorte
in Kitschirgistan aus?

Das Ergebnis wirkt zumindest so, als ob alle diese Beteiligten die Freiheit hatten, an die Phantasie und Vorstellungskraft von Anete Melece anzuknüpfen - aber vielleicht noch nie in Riga waren. Nun ja, das mag ja die Unterhaltungsqualität einer Kinderoper nicht beeinflussen. Ein wenig wirkt es so, als ob der Rigaer Kiosk (der dieser Tage "Geburtstag" hat, wie gesagt), nun auf einer Ebene wie viele andere Stadtführerlegenden in Riga angekommen ist. Wie etwa die Geschichte vom "Katzenhaus", wie ein lettischer Kaufmann angeblich die Tierfigur mit dem Hinterteil zum .... usw., wir meinen den Rest zu kennen - es gibt aber keine exakten Quellen. 

Wundern Sie sich also nicht, wenn bei einem Rundgang in Riga demnächst Ihr Reiseleiter sagt (so ungefähr): "Und hier rechts sehen Sie den berühmten Kiosk, in dem Olga ihre Weltreise angetreten hat, und von der noch die Kinder in Düsseldorf lernten, was eine Oper ist."

Ob wenigstens der reale Kiosk heute das Buch von Anete Melece im Angebot hat? Fragen Sie doch mal nach!  

Noch mehr "baltische Kiosk-Vielfalt" gibt hier

17. Mai 2018

Letzte Bühne

Wenn in der ersten Juliwoche 2018 das Allgemeine Lettische Sängerfest (zum 26.mal) und das Lettische Tanzfest (zum 16.mal) stattfindet, wird das Programm teilweise mitten in große Umbauarbeiten eingebettet. Die gesamte Anlage im "Mežaparks" (Waldpark) in Riga wird bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2021 in zwei Schritten erweitert und teilweise völlig erneuert - Schritt eins wird vor dem diesjährigen Sängerfest abgeschlossen, Schritt zwei wird dann folgen. Vor allem eines wird sich dann für die nächsten kulturellen Großereignisse ändern: die Tribüne, von der aus Sängerinnen und Sänger bisher sich aufgestellt und ihre Lieder dargeboten hatten, wird völlig abgebaut und neu erstellt.

Bis 2021 werden die Änderungen dann so aussehen:
- mit 30.000 Sitzplätzen werden es 8.000 mehr als bisher sein
- die neue Bühne wird Platz für 11.000 Menschen bieten, 5300 mehr als bisher (bei Sängerfesten sogar für bis zu 14.000 Personen)
- bei Veranstaltungen ohne Sitzplätze wird es Platz für 70.000 Menschen geben, 25.000 mehr als bisher
Vor und nach den Sängerfest-
Feierlichkeiten: vor allem Bauarbeiten
- neue Toilettenanlagen, bessere Anfahrtswege, klar ausgewiesene unterirdische Bereiche für Händler strukturieren den Servicebereich völlig neu
- es wird einen unterirdischen Bereich geben, der auch im Winter nutzbar sein wird als Konferenz- und Ausstellungsraum

Beim Bau des neuen lettischen Gesangstempels helfen übrigens auch Akustikexperten aus Deutschland mit -  der "Müller BBM GmbH" aus Hamburg, die einige Jahre zuvor auch bereits beim Bau der neuen Konzerthalle in Liepāja (Lielais Dzintars) dabei waren. Andris Zabrauskis, als Dozent der Technischen Universität Riga ebenfalls auf Akustik spezialisiert und das Projekt wissenschaftlich begleitend, schaut voraus: "Wir wollen eine der modernsten Frewileichtbühnen für Chöre in der ganzen Welt schaffen. So werden wir zum Beispiel auf dem Dach eine spezielle Membran anbringen, welche Sängerinnen und Sänger vor akustischen Einflüssen von Regen oder Wind schützen wird." (TVNet) Ein weiteres Zugeständnis an die Akustik ist es, dass die Zuschauerbänke auch in Zukunft keine Rückenlehnen haben werden.

Der lettische Architekt Austris Mailītis präsentiert
seinen Bühnenentwurf: "einen gläsernen Hügel ersteigen"
Im Jahr 1873 waren es 1003 Sängerinnen und Sänger, die sich zum ersten Lettischen Sängerfest trafen. In Riga fanden die ersten Sängerfeste im früheren "Kaisergarten" (Ķeizardārzs) statt (heute "Viesturdārzs), der 1973, zum 100.Jubiläum, auch schon mal "Sängerfestpark" hieß. 1955 wurde die Große Bühne (Liela estrāde) im Mežaparks fertig gestellt. Vorgesehen war die Bühne damals für 7000 Sänger/innen, oder 100 Tanzpaare, dazu 35.000 Zuschauern (die vielfach ja auch zu Mitsänger/innen werden - wer es je live erlebt hat).

Das 2007 aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangene Restaurierungsprojekt der beiden Architekten Juris Poga und Austris Mailītis "Sidraba birzs stikla kalnā" (Silberhain auf dem gläsernen Berg) bezieht sich in seinem Titel auf lettische Volkssagen, und soll auch die Hoffnung ausdrücken, die neue Anlage möge im Einlang mit der Natur der Umgebung stehen. Wie Blätter eines Waldes möge die Bühne die SängerInnen umgeben, so drückt es der erst 33 Jahre alte Mailītis aus, dessen steile Karriere auch die lettische Presse verwundert (Jauns.lv). Interessant auch, dass er sich von "Apeirons" beraten ließ, einer lettischen NGO die sich für Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen einsetzt (delfi.lv).

Die Finanzierung des Projektes war auf 45 Millionen Euro geschätzt worden (davon 18 Mill. für den ersten Bauabschnitt). Mit der Baudurchführung sind "Re&Re" und "LNK Industries" beauftragt - die nicht einmal die günstigen Baukosten versprechen mussten, denn der Rigaer Stadtrat sah den lettischen Ableger der finnisch-estnische Firma "Lemminkainen", die ebenfalls ein Angebot abgegeben hatte, als zu unerfahren für die Durchführung an (lsm). Und, wie so oft mit Baukosten, die geplanten Summen lassen sich nicht einhalten: 26,7 Millionen Euro wird wohl der erste Bauabschnitt letztendlich kosten, aber niemand möchte sich beim den Endbetrag des zweiten Abschnitts festlegen.

Sängers heilige Wandelhallen - architektonische Träume,
die in Riga erschaffen werden
Der 4.Mai 2021 wird nach dem 100.Staatsjubiläum unser nächster großer kultureller Feiertag sein - so drücken es vor allem die Bauverantwortlichen im Hinblick auf das Eröffnungsdatum aus. Allerdings wird 2023 wohl ebenfalls ein großer Feiertag sein - das 150.jährige Bestehen dieser nun als "typisch lettisch" angesehenen Sängerfeste. Einzig die zukünftigen Eintrittspreise sind noch nicht klar: war es früher mal Ehrensache, massenhaft Tickets für Freund/innen und Bekannte im voraus zu reservieren, sind die Zugangsmöglichkeiten heute knapper geworden - besonders für die "bezahlbaren" Tickets. Da bleibt die Hoffnung, dass auch in Zukunft die Teilnahme an den Sängerfestaufführungen keine elitäre Angelegenheit wird. Dennoch: heute heißt es erstmal "auf zum Großen Sängerfest!" Die Demontage der bisherigen Bühne wird bereits am 20.August 2018 beginnen.

13. Dezember 2017

Händel am Hagensberg

So warb bisher der Markt im Rigaer Stadtteil
Āgenskalns: "Einkaufen ohne den Stress
der Großstadt"
Das Gebäude des Hagensberg-(Āgenskalns-)Marktes gilt als hervorragendes Beispiel der Jugendstil-Architektur - "rationaler Jugendstil", wie es die Selbstdarstellung der Rigaer Märkte bezeichnet (RCT). Gebaut aus roten Ziegelsteinen, abgesetzt mit weißem Gips, bietet sich hier heute eine Marktfläche auf 8300 qm. Im Frühling, Sommer und Herbst standen hier bis vor kurzem 219 einzelne Handelsplätze bereit. Doch zum 1. Januar 2018 soll der Markt in Āgenskalns nun geschlossen werden und sieht einer unsicheren Zukunft entgegen.

Der Platz hat eine lange Tradition: geht man zurück bis ins 17. Jahrhundert, so gab es damals jenseits der Daugava (Düna) nur fünf sogenannte "Höfchen", darunter der Hagenshof und das Gravesche Höfchen. 1669 erwirkte Heinrich von Hagen für sich auch das Recht, einen Krug betreiben und Bier brauen zu dürfen, aber Handel zu treiben war bis 1797 das Vorrecht der Kaufleute in der Stadt auf der anderen Seite der Daugava gewesen. Nun erwarb auch der aus Danzig stammende Kaufmann Friedrich Wilhelm Seuberlich mehrere Grundstücke hier in Pārdaugava und wurde so zum Vorreiter der Handeltreibenden in diesem langsam wachsenden Teil der Stadt. 

So soll der "Sētas krogs" in Āgenskalns ausgesehen
haben (Gebäude links), in dessen Hof das Markttreiben
begann (Bildquelle: Rigaer Museum für Stadtgeschichte
und Schifffahrt
)
Die Anfänge des Markttreibens von Āgenskalns (deutsch "Hagensberg") lagen eigentlich an der Stelle wo die Straßen Lielo Nometņu, Tirgus und Puķu iela zusammenlaufen; hier befand sich damals eine Schänke, der "Sētas krogs" ("Zaun Krug", auch "Caunes Krogs" genannt), in dessen Hinterhof die ersten Marktstände platziert waren. Die heutige "Sētas iela" hat noch ihren Namen davon - an der Stelle der Schänke stehen heute schmucklose, mehrstöckige Gebäude der Technischen Universität Riga (RTU).

Ansonsten fand das Marktgeschehen damals einfach auf der Straße statt. 1895 beschloss eine speziell eingerichtete Kommission des Rigaer Stadtrats die Verlegung des Marktes auf ein großes, bis dahin unbebautes Grundstück - zwischen die heutigen Straßen Nometņu, Zeļļu und Bāriņa iela. Die Stadt erwarb das Grundstück für 15.000 Rubel, der Markt wurde 1898 eingeweiht. Hier hatte einst das Gravesche Höfchen gestanden - lettisch wurde der neue Markt im Volksmund auch "Grāvmuižas tirgus" genannt; der Begriff "Āgenskalns tirgus" setzte sich erst einige Zeit später durch.
Einige Händler blieben dennoch an der alten Marktstelle, alles fand weiterhin unter freiem Himmel statt. Durch den Bau von Straßenbahnlinien wurden die neuen Marktflächen teilweise wieder eingeschränkt. Die Händlerzahl war bis 1914 auf über 600 angewachsen, auch sanitäre Einrichtungen gab es bis dahin nicht; die Behörden sahen die Notwendigkeit den "Basar" zu ordnen und einheitlichen Regelungen zu unterwerfen.

Die Anfänge des Marktgeschehens in Āgenskalns
(Bildquelle: Rigaer Museum für Stadtgeschichte
und Schifffahrt
)
Begonnen wurde der Bau eines Marktpavillons bereits 1911, das musste aber zunächst wegen des Krieges unterbrochen werden. Die Fertigstelluing erfolgte dann 1923-25. Damals war dieses Marktgebäude noch um einiges moderner als die Marktstellen auf der anderen Seite der Daugava - mit Zentralheizung, ausgebautem Keller und einer Galerie im 1.Stock. Der Entwurf stammte noch von Reinhold Georg Schmaeling, der bis zum 1.Weltkrieg Stadtarchitekt in Riga war - eines seiner letzten Projekte, er wurde 1915 pensioniert und starb 1917.

Auch ein Kühlhaus sollte geschaffen werden, was aber vorerst aus Mangel an Finanzen aufgegeben wurde. Weitere Umbauten geschahen in den 20iger und 30iger Jahren nach Plänen von Architekt A.Grīnbergs, ein neuer Eingangsbereich, wo auch zunächst ein Restaurant geplant war. In den 1930iger Jahren entstand rund um das Marktgelände ein Metallzaun, gehalten von Betonstäben, und ein Wärterhäuschen.

Anfang November 2017 kündigte Ivars Jakovels, Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft "Rigaer Zentralmarkt" (“Rīgas Centrāltirgus” - RCT) die Schließung des Marktgebäudes in Āgenskalns an ("Laukos"). Der Zustand des Gebäudes ließe keine Alternative zu, hieß es. Nötig sei eine umfassende Renovierung. Eine technische Untersuchung war dem Schritt vorausgegangen. Aber ist auch genug Geld bereitgestellt, um das Haus zu renovieren? 100% der Aktien des RCT trägt die Stadt Riga - also eine Frage letztendlich an Bürgermeister Ušakovs.
Rettet den Āgenskalns-Markt! Eine Initiativgruppe
sammelt bereits Unterschriften und demonstriert
vor dem Rathaus
Ob die Stadt aber wirklich Interesse am Erhalt aller bisherigen Markthallen hat, daran bestehen Zweifel. Auch der "Vidzemes"-Markt im Norden der Stadt ist schon lange in beklagenswertem Zustand, das Gelände teilweise nur noch als Auto-Parkplatz genutzt. Vertreter des Stadtrats sagen nun gegenüber der Presse, der bisherige Betreiber (SIA “Roveks") sei für den beständigen Rückgang bei Umsatz und Gewinn in Āgenskalns verantwortlich zu machen (Latvijas Avize). Wie diesen Zahlen zu entnehmen ist, machte der Umsatz hier nie mehr als 5% aller Märkte in Riga aus. Liegt also die Kalkulation nahe, die Kunden würden schon den Zentralmarkt nutzen, wenn das Angebot im Vorort Āgenskalns wegfallen würde?

Jevgeņija Šeleņina, Direktorin der Betreiberfirma "Roveks" wiederum, beklagt sich über eine angebliche Weigerung der städtischen Behörden, über das Kulturministerium und die EU Gelder zum Erhalt des denkmalgeschützten Hauses beantragen zu wollen. "Die machen das nicht, wenn es über private Firmen abgewickelt wird," so Šeleņina (Latvijas Avize).

Oļegs Burovs, Vorsitzender des Rigaer Kommittees für städtisches Eigentum (Rīgas domes Pilsētas īpašuma komiteja), stellt die Situation anders dar. Jahr für Jahr habe man dem bisherigen Betreiber einen Vertrag gegeben, und immer habe dieser aufs Neue versprochen, auch etwas für den Erhalt des Gebäudes zu tun - und bisher sei nichts geschehen. Burovs stellt eine Entscheidung des RCT-Vorstands für den 15. Januar 2018 in Aussicht, wie es nun weitergehen soll. Dabei sei nicht ausgeschlossen, die Nutzung des Gebäudes auch längerfristig an einen Vertragsnehmer für 30 Jahre zu vergeben - die Fraktionen des Stadtrats seien sich aber einig, dass im bisherigen Gebäude jedenfalls nichts anders als einen Markt sein solle.

Der Markt von Āgenskalns - so, wie er momentan bekannt ist. Ein
markantes Gebäude, für viele Menschen ein beliebter
Treffpunkt - ob außen oder innen
Von Bürgermeister Nils Ušakovs ist eine Aussage bekannt, der zufolge er die Gesamtkosten der notwendigen Investitionssumme für den traditionsreichen Markt in Āgenskalns auf 10 Millionen Euro schätze.
Eine Protestinitiative aus Marktangestellten und Bürgern sammelte bereits Hunderte Unterschriften gegen eine Marktschließung und ruft zu Protestaktionen am Rathaus auf. Dabei ist es offenbar nicht einfach, politisch den Überblick zu behalten: wer steht da auf welcher Seite? Der bisherigen Betreiberfirma "Roveks" wird vorgeworfen, politisch der Bürgermeisterpartei "Saskaņa" nahezustehen und das Gebäude zu einem extraniedrigen Mietpreis genutzt zu haben. Bei den Protestierenden wiederum sind ebenfalls politisch unschwer Vorlieben auszumachen: hinter einer der Initiativen steht offenbar vor allem die im Stadtrat oppositionelle "Regionalpartei" ("Latvijas Reģionu apvienība/Latvijas attīstībai"). In den Internetportalen sind bereits Vermutungen zu lesen, vielleicht hätten Investoren wie die LIDL-Kette ja ein Auge auf das Gebäude geworfen.
Auch Architektin Zaiga Gaile, ihrerseits bekannt durch mehrere erfolgreiche Gebäudesanierungen in Pārdaugava, meldet sich zu Wort. "Ich lebe nun schon 20 Jahre auf Ķīpsalā, und gehe gern auf dem Markt in Āgenskalns einkaufen", sagt sie. "Ich kenne dort alle Händler, das ist der Markt meiner Kindheit!" - Sie weist auch auf zwei andere kleine Marktstellen hin, die sich in den letzten Jahren außerhalb der Markthallen etabliert haben: im "Berga bazars" (unter anderem mit Öko-Landwirten), und in der Kalnciema iela (mit vielen regionalen Produkten).

Könnte es solche neue Ideen auch für die Markthalle in Āgenskalns geben? Ein Thema mit Emotionen. Da kann man den Verantwortlichen und den anderen Akteuren nur viel Glück und ein glückliches Händchen wünschen.

18. September 2017

Der Herr des Lichtschlosses

Welches ist der bekannteste lettische Architekt? Der Gast in Riga wird da vielleicht nur an den Jugendstil denken, mit Michail Eisenstein an der Spitze, auch weitere lettische Architekten. Aber darüber hinaus? Die neue lettische Nationalbibliothek hat zumindest einen weiteren Namen aus dieser Branche ins Bewußtsein der lettischen Öffentlichkeit fest eingraviert.

Als 18jähriger war Gunārs Gunivaldis Birkerts zunächst als Zwangsarbeiter nach Deutschland gelangt. Nach dem Krieg wurde er heimatlos, denn die Sowjetunion hatte das vorher unabhängige Lettland besetzt. Dennoch zeigte sich Birkerts bald als ziemlich zielstrebiger junger Mann: er studierte an der Technischen Hochschule Stuttgart, siedelte nach dem Schulabschluß 1949 in die USA über, heiratete 1950 und arbeitete in den Architekturbüros von "Perkins and Will", "Eero Saarinen" und "Minoru Yamasaki". 1959 begann er Vorlesungen an der Univerität Michigan zu besuchen, 1962 gründete er in Detroit sein eigenes Büro (bis 1962 als "Birkerts & Straub", dann "Gunnar Birkerts and Associates").

"Gerade Linien sehen immer sehr menschengemacht aus" zitiert ihn "Chicago Tribune", "wenn ich mit bewegenden Formen arbeiten kann, dann kann ich die Natur des Gebäudes ausdrücken." Auch einige seiner wichtigsten Werke stehen in den USA: die Minneapolis Federal Reserve Bank, fertigestellt 1973, die Bibliothek der Universität von Michigan (1981), der Rundbau der St. Petri Kirche in Columbus, Ind., oder das "Kemper Museum für Moderne Kunst" in Kansas City und das Museum für Moderne Kunst in Houston. Das Bauhaus habe er studiert in Deutschland, sich dann inspirieren lassen von Alvar Aalto und Eero Saarinen, um dann seinen eigenen Stil zu finden, sagen Fachleute. 1962 hatte Birkerts eine Reise nach Finnland unternommen. Auch mit dem Werk des Antrophosophen Rudolf Steiner hat sich Birkerts anfangs auseinandergesetzt. Faszinierend an vielen Bauten von Birkerts ist nicht nur die äussere Form, sondern auch die Lichtwirkung innen. Er wollte Tageslicht so weit wie möglich nach innen bringen, arbeitete auch mit Reflektoren und Oberlichtern, auch mit dem Ziel eines effektiven Einsatzes von Energie. Seine Hand­skiz­zen er­in­nerten manchen an organische Struk­tu­ren wie z.B. Blat­trip­pen; der Weg führte weg von der Geometrie, es ent­ste­hen Ge­bäude und De­tails mit ge­run­de­ten, ge­schwun­ge­nen und viel­fach seg­men­tier­ten Grund­ris­sen.

Aber die Nationalbibliothek Lettlands in Riga, auch Schloss des Lichts ("Gaismas pils") genannt, war immer ein Projekt, das Birkerts besonders am Herzen lag. Von der ersten Idee bis zum fertigen Gebäude vergingen ganze 25 Jahre. Es gelang ihm seinen Traum von der hier schlafenden Prinzessin als Symbol der Freiheit, die hier wachgeküsst wird (nach dem Märchen "Das goldene Pferd" von Rainis) Gestalt werden zu lassen. So wird auch in den lettischsprachigen Nachrufen betont, Birkerts sei auch beeinflusst gewesen von seinen Eltern - einer Sprachwissenschaftlerin und einem Kulturwissenschaftler. Birkerts spielte in seiner Jugend Geige und Klavier und sang in einem Chor - das Klavier, auf dem er in seiner Jugend spielte, ist heute im 11.Stock der Nationalbibliothek ausgestellt. Als Kind stattete er zusammen mit seiner Mutter auch Ranis Besuche ab: "Vor Aspazija fürchtete ich mich ein wenig, sie war eher nervös, aber bei Rainis saß ich auf dem Schoß und bestaunte die Welt," zitiert die Tageszeitung "Diena" Aussagen des Architekten.

Erst kürzlich hatte Birkerts den "Library Building Award" der US-amerikanischen Architektenkammer verliehen bekommen. In Lettland bekam er 1995 den "Drei-Sterne-Orden" (Triju Zvaigžņu ordenis) für sein Lebenswerk. Über 300 Gebäude sind nach Birkerts Plänen projektiert und errichtet worden.

Gunārs Birkerts starb am 15. August 2017 in Boston, USA, wo er nahe seinen Söhnen und Enkeln zuletzt lebte. Er hinterlässt seine Frau Sylvia (geborene Zvirbulis), drei Kinder (Sven, Erik und Andra) und sieben Enkel.

Siehe auch:
Chicago Tribune, New York Times,USAToday, Washington Post, Artforum, Michigan Modern, Swiss Architekts

Gunnar Birkerts: National Library of Latvia. Axel Menges Verlag, Stuttgart 2015.

26. November 2014

Neues aus der Altstadt

An neue Anblicke in der Altstadt Rigas - im Jahr 2014 Europäische Kulturhauptstadt - müssen sich Einwohner wie Gäste in Zukunft gewöhnen. Die Pläne zur Auffüllung von Baulücken stossen jedoch nicht bei allen auf Wohlgefallen.

Im Mai 2012 wurde Gvido Princis zum Rigaer Stadtarchitekten ernannt. Bei seiner Ernennung, bei der er sich gegen Konkurrenten durchsetzen musste, galt er als unumstritten. Gleichzeitig gilt er als erfolgreicher, aber unabhängiger Kopf. Als im Jahr 2008 Pēteris Strancis, Chef der Stadtplanungsbehörde, und Vilnis Štrams, Chef der Stadtentwicklungsabteilung, vom lettischen Anti-Korruptionsbüro (Korupcijas novēršanas un apkarošanas birojs - KNAB) verhaftet wurden, rückte Princis auf die Position des Chefstadtplaners vor.
2006 hatte ein Korruptionsskandal auch die staatliche Denkmalschutzbehörde erschüttert, als deren Chef Jānis Lejnieks angeklagt wurde, sich seine Zustimmung zu Bauprojekten auch schon mal gegen Zahlung von Geld habe erkaufen lassen (siehe TVNet 6.3.2006).Nun steht also Princis mit seinem Namen für die Stadtentwicklung.

So könnte schon bald der Platz zwischen Schwarzhäupterhaus und
Mentzendorff-Haus in Riga aussehen
Für manche der laufenden Bauprojekte in Riga sind öffentliche Anhörungen vorgesehen, es können Eingaben eingereicht werden. Zwei Hotelbauten in direkter Nachbarschaft zum berühmten und erst 2001 neu aufgebauten Schwarzhäupterhaus erzeugen derzeit die heftigsten Reaktionen in der lettischen Öffentlichkeit.  Manche fühlen sich dabei an "alte Zeiten" erinnert - wie der Ex-Chef des KNAB, Aleksejs Loskutovs, der zu möglichst großer Beteiligung und zu Eingaben gegen die Pläne aufruft.
weniger auffällig: der zweite geplante Neubau an der Kungu iela 5
(Abb.: Agenturbüro MARK)
Während noch immer über einen möglichen Anbau des Okkupations-museums diskutiert wird, andere sogar die Gebäude der Technischen Universität in der Altstadt unpassend finden - da haben offenbar mal wieder einige "Business"-Projekte höhere Priorität.

Vor allem die Fassade des Hotelneubaus an der Grēcinieku ielā 25 ruft Ablehnung hervor. Sieben Stockwerke Hotel, mitten zwischen einigen der wertvollsten und ältesten Bauten Rigas? Während eine frühere Planung aus dem Jahr 2007, hier ein Wohnhaus mit Läden errichten zu lassen keine öffentliche Anhörung erfordert hätte, wird vor allem diese jetzt zum Hindernis. Der neue Eigentümer, ein litauisches Unternehmen, will ein Hotel bauen lassen. Vor allem zum Aussehen der geplanten Fassade gibt es negative Reaktionen. Autor der Bauskizzen ist Andris Kronbergs und das Büro "Arhis". Derselbe Kronbergs sitzt auch dem Beirat vor, der über den Schutz der historischen Altstadt wachen soll und sämtlichen Bauprojekten seinen Segen geben muss. An der entscheidenden Sitzung des Beirats im August, als die Pläne vorgelegt wurden, nahm Kronbergs teil - enthielt sich aber der Stimme.

Jānis Krastiņš, einer der bekanntesten Architekten Rigas und Autor mehrerer Bücher über die Architekturgeschichte der Hauptstadt weist darauf hin, dass an dieser Stelle die Stadt noch immer Kriegswunden aufweise. "Vor dem Krieg war die Grēcinieku iela doch ebenfalls an beiden Seiten bebaut, bis runter zum Daugava-Ufer. Das sollte auch wiederhergestellt werden," meint er.
Skizzen und Entwürfe zur Bauplanung an der
Grēcinieku ielā 25 (Abb.: Büro ARHIS)
Loskutovs dagegen, inzwischen für die Partei "Vienotiba" Parlamentsabgeordneter und daher in Opposition zur „Saskaņa“ des regierenden Bürgermeisters Ušakovs, hofft auf engagierte Bürgerinnen und Bürger. Für den Fall, dass sich die Stadt Riga entgegen der öffentlichen Meinung doch für die momentan vorliegenden Entwürfe entscheiden sollte, hofft er auf entsprechende Reaktionen bei den nächsten Kommunalwahlen.

Seit 1997 die historische Altstadt Rigas in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, wurden auch besondere Schutzvorschriften erlassen (seit 2003 rechtskräftig). Der Druck, aus ökonomischen Gründen alte Gebäude abzureißen und lieber neue zu bauen ist groß. Die seit 2006 vorliegende Detailplanung für die Innenstadt sieht zum Beispiel vor, den Livenplatz, Domplatz und Schützenplatz (Strēnieku laukums, rund um das Denkmal der "Roten Schützen") unbebaut zu belassen.

Am 20.Oktober endete die Einspruchsfrist zu den Bauplänen. Vor allem zum Projekt Grēcinieku ielā 25 gibt es Einwände: zu groß, zu massiv, zu hässlich. Angeblich sind die Bauherren zu Änderungen bereit. Eines ist bereits sicher: die zukünftigen Betreiber werden den Weg zu ihren Objekten mit ziemlicher Sicherheit über die Grēcinieku iela nehmen müssen: Deutsch bedeutet die Bezeichnung "Straße der Sünder".


28. Juni 2014

Zaiga vorzeigewürdig

eine der erfolgreichsten
Architektinnen Lettlands:
Zaiga Gaile
Zum Tag der Architektur: der Jahrespreis des Lettischen Architekturverbands geht in diesem Jahr an die Architektin Zaiga Gaile. Schon seit Jahren ist die Frau des ehemaligen lettischen Ministerpräsidenten Maris Gailis für ihre herausragenden Projekte bei der Restauration von Holzhäusern in Riga bekannt und gepriesen worden. Sie war eine der ersten, die scheinbar heruntergekommene und "unmoderne" Holzvillen modernisierte - mit umweltverträglichen Materialien, in energiesparender Bauweise.
Diesmal ist es die Renovierung einer Schule - die Rigaer Mittelschule für Design und Kunst (Rīgas Dizaina un mākslas vidusskola) in der verkehrsreichen Valdemāra iela das Objekt der Belobigung. Das Projekt musste sich gegen 55 der eingereichten Preisvorschläge, acht Halbfinalisten und vier andere Teilnehmer der Finalrunde durchsetzen, darunter so bekannte Projekte wie die Restaurierung des Rigaer Doms und die Neugestaltung der Altstadt von Kuldiga.

Film zum Projekt   / Webseite Lettischer Architektenverband