21. Juni 2026

Kikeriki wird sechzig

"Kikeriki!" Ja, nachdem wir verstanden haben, dass dieser stolze Hahnenschrei auch in Lettland verstanden wird (nur ganz leicht in "Kikerigū" abgewandelt), könnten wir uns damit befassen, was vor 60 Jahren in Lettland geschah. Ok, damals war es noch das sowjetische Lettland, aber zumindest begann damals eine lettische Tradition, die noch heute fortgesetzt wird.

Es ist ja nicht selten, dass lettische Traditionen mit einem Hahn (und noch öfter einem "Hähnchen") zu tun haben. "Was hast du gesagt, mein Hähnchen?" so fragt ein lettisches Kinderlied.  

Arnold, der erste 

Arnolds Burovs war bereits fast 50 Jahre alt, als er 1964 zusammen mit einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten im Filmstudio Riga eintraf, zusammen mit Puppenspieler und Puppentheaterdarsteller Arvīds Noriņš, Valentīns Jakobsons, dem Leiter der Inszenierungsabteilung des Puppentheaters, der Puppenbildhauerin Anna Nollendorfa und dem Kameramann Pēteris Trups. Der erste Puppenfilm des Rigaer Filmstudios war „Ki-ke-ri-gū!“, entstanden im Jahr 1966. Arnolds Burovs, 1915 in Riga geboren, war Drehbuchautor und Regisseur. Die Puppen wurden von Arvīds Noriņš und Brigita Krastiņa geführt. Der Kern dieses kreativen Teams blieb lange Zeit bestehen. 

Ki-ke-ri-gū!“ war 10 Minuten lang, und erscheint um so eindrucksvoller, da mit den damals spärlichen, fast minimalistischen Mitteln gearbeitet werden musste. Ein Film in lettischer Sprache. 2015 erinnerte das lettische Fernsehen an den 100.Geburtstag von Arnolds Burovs, der allerdings bereits 2006 im Alter von 91 Jahren verstorben war. Insgesamt 40 Puppenfilme hat er geschaffen.

Die nächste Generation 

Aktuell sieht sich auch das Produktionsteam der „Animācijas Brigāde“, das derzeit einzige lettische Puppenanimationsstudio, ganz in diese Tradition. Dort schaffen heute der Regisseur Jānis Cimmermanis, Dace Rīdūze, Dace Rožlapa, Gints Grasis, Ēriks Kiršteins und Māris Brinkmanis neue Filme. Auch der 2024 verstorbene Māris Putniņš gehörte dazu, der unter anderem auch für den Film "Mazie laupītājiverantwortlich war, der unter dem Titel "Die kleinen Bankräuber" auch in Deutschland in den Kinos und im TV lief.  

Jānis Cimmermanis, der als Weggefährte von Burovs gilt, berichtet dass es nicht so einfach gewesen sei, in Burovs Kreativteam aufgenommen zu werden. „Im Puppenstudio wurden nicht einfach so Leute aufgenommen – es war nicht so, dass jeder, der wollte, einfach so mitmachen durfte. Burovs wählte sie sehr sorgfältig aus. Er mochte es nicht, wenn Leute kamen und gingen. Er wählte immer eher ernsthafte Menschen aus, die arbeiten konnten, die sich etwas ausdenken konnten, Menschen, die mit ihren Hände etwas anfangen konnten“, betont Cimmermanis (reTV)

Das neueste Produkt der „Animācijas Brigāde“ ist derzeit ihr neuer Puppenfilm "Sfinksas Albertas smaids" („Das Lächeln der Sphinx Alberta“) (Trailer).  

Die Ausstellung „60 Jahre lettischer Puppenfilm!“ ist noch bis zum 1. September 2026 in Valmiera zu sehen. Der Eintritt ist frei. 

Keine Kommentare: