25. März 2026

Meine Torte heißt Inese!

Unschuld, Güte und Schönheit - Eigenschaften, die manche dem weiblichen Vornamen "Inese" zuschreiben. Aber, wer ins kleine lettische Städtchen Kuldiga kommt, wird vielleicht auch eine Bäckerei oder ein Café aufsuchen wollen, um in den Genuß eines Rendevous mit "Inese" zu kommen. Im besten Fall ist hier auch Konditormeisterin Inese Goldmane zu finden - sie gründete 1993 ihr eigenes Unternehmen, zierte es mit dem eigenen Vornamen, und gibt allen Kundinnen und Kunden das Versprechen, als Zutaten 100% nur Produkte von Herstellern aus der eigenen Region zu verwenden.

Kaffeesieren in Kurland 

Inzwischen sind die Torten auch in einigen lettischen Supermärkten zu finden - und in Kuldiga vor Ort natürlich. Inese Goldmane lädt ein: Brauc ciemos! ("Kommt zu Besuch"). Der Bezirk Kuldiga zeichnete das Unternehmen 2019 als "Produzent des Jahres" aus. Honigtorte, Schokoladentorte, Quarktorte ... alles im Angebot. "Wir sind ein kleines Unternehmen", sagt Inese Goldmane, "ungefähr wie ein Fußballteam."

„Zu unseren Verkostungen kommen Touristen auch aus den Nachbarländern, besonders aus Litauen“, erzählt der zweite Eigentümer des Unternehmens, Juris Goldmanis. Er ist Ineses Sohn, hat in Liepāja Kulturmanagement studiert und anschließend an der Bankhochschule Innovationsmanagement. Vor drei Jahren erwarb er 49 % der Unternehmensanteile. Die Entscheidung, ihren Sohn in das Familienunternehmen einzubeziehen, traf die Mutter, nachdem sie seine Ausbildung und seine unternehmerische Erfahrung gewürdigt hatte. (IR)

Regionale Produkte 

Wer einen Besuch plant, muss allerdings etwas außerhalb von Kuldiga suchen: an der Straße Richtung Saldus liegt der kleine Ort "Vārme", seit der Gebietsreform 2009 dem Kreis Kuldiga angegliedert. Angefangen hatte es mal mit einer Bäckerei auf 80qm im eigenen Wohnhaus - deshalb hieß die Firma, wie das Haus, zunächst "Priednieki". Ineses inzwischen verstorbener Mann Edgars war bei der Gründung auch dabei. In Vārme kann nun auf 800 qm gearbeitet werden, mit acht Angestellten, dazu manchmal noch Praktikant/innen. 

„Da wir kleine Produzenten sind, mussten wir einen Weg finden, uns von den industriellen Herstellern abzuheben“, sagt Inese. Sie fanden ihre Nische, indem sie Torten und Desserts aus für Verbraucher/innen verständlichen, einfachen und natürlichen Zutaten herstellen: Milch, Quark, süße Sahne, Butter, Eier, Mehl, Zucker, Beeren und Schokolade. Die Milch kommt aus Kazdanga, das Mehl aus Dobele, die Eier - zumindest aus Lettland. Derzeit sind 20 verschiedene Torten im Angebot. Inese Goldmane erinnert sich noch gut an die erste sehr erfolgreiche Torte: eine Honigtorte. Sehr beliebt bei lettischen Leckermäulern sind Torten mit Himbeeren, Erdbeeren oder Kirschen. Und zum Valentinstag gab es schon mal eine Torte in Herzform, zum Frauentag eine mit Tulpenverzierung. (IR)

Neue Ideen mit Erdäpfeln 

"Als wir anfingen, gab es nur fünf andere Firmen mit ähnlichen Produkten", erzählt die Chefin, "inzwischen hat sich die Konkurrenz erheblich verschärft." Eine neue Variante ist jetzt eine süße Kartoffeltorte - mit Himbeeren, Orangen und Schokolade als Angebot an Veganer gedacht. Dazu wurden in einem Modellprojekt 11 Kartoffelsorten ausrobiert und getestet, welche sich am besten eignen. "Aber die durchschnittlichen Letten sind wohl der Meinung, dass man Kartoffeln nur zusammen mit Fleischsoße essen kann", lacht Inese Goldmane. 

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