
Interessant dazu zu lesen sind Leserreaktionen auf Internetportalen und auf Zeitungswebseiten. Feiern Lettinnen und Letten die Freiheit ihres Landes, oder setzen sie die grundsätzliche Freiheit sofort in Verbindung mit Unzulänglichkeiten, Begrenzungen und Misserfolgen der demokratischen Entwicklung seit 1991? Eine Grafik des "Lettischen Instituts", die nicht nur die Jahre, sondern auch Tage, Minuten und Sekunden der Dauer-Freiheit zu zählen scheint, möchte wohl gern die Vergänglichkeit und Fragilität dieses Zustands symbolisieren. "Eigentlich war doch die Unabhängigkeit von 1918 auch schon am 15.Mai 1934 zu Ende", schreiben die einen - und weisen damit auf den "Putsch von oben" des damaligen Staatschefs Karlis Ulmanis hin, der Parteien abschaffte und Freiheiten einschränkte. "Und die neue Freiheit haben uns in neuerer Zeit schon längst die Šķēles, Lembergs, und die anderen kriminellen Wendegewinnler genommen", meinen die anderen. Ein Tag zum Nachrechnen also - aber um Bilanz zu ziehen gibt es sicher viele mögliche Blickwinkel.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen