Ich teile hier mal eine Grafik, erstellt offenbar von lettischen Tierfreund/innen, unter dem Label "Zootēka". Die Aktivitäten sind hauptsächlich auf die "sozialen Netzwerke" konzentriert, wie Facebook, Instagram, auch Youtube, Spotify, im lettischen Radio, oder als Übersicht bei Linktr.ee. Ohne Worte (Tiernamen übersetzt), ohne Kommentar!
Wohl denen, die genug Schnee in der Landschaft haben, dass Spuren so klar erkennbar sind. Das unterste Beispiel möchte wohl niemand nachmachen, oder?
(auch zum lernen von Tiernamen im Lettischen zu verwenden ...)
30. Dezember 2025
Spuren im Schnee
20. Dezember 2025
Sterbende Männer
Woran liegt das?
Rauchen Männer mehr? Trinken sie mehr Alkohol? Eigentlich gilt eine Erkenntnis inzwischen als erwiesen: Lebensstile beeinträchtigen Lebenserwartung stärker als biologische Unterschiede (BIB). Vorausgesetzt, Vorbeugung und Früherkennung werden nicht vergessen.
Immerhin leben Männer in Lettland inzwischen 7,5 Jahre länger, als es zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der Sowjetunion der Fall war (Frauen 6,3 Jahre länger). Der Abstand jedoch in der Lebenserwartung von Frauen zu Männern ist kaum geringer geworden. ("IR")
Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems sind die häufigste Todesursache in Lettland; Männer im arbeitsfähigen Alter sterben viermal häufiger an Herzerkrankungen als Frauen. Die Sterblichkeit bei Tumoren ist bei Männern 40% höher als bei Frauen. Und auch bei Selbstmord, Vergiftung durch Alkohol oder andere Substanzen, Stürze, Verkehrsunfälle, Ertrinken, Erfrieren, Tod durch Feuer oder Rauch, Gewalt – überall sind Männer wesentlich mehr vertreten als Frauen. ("IR")
Männer-Syndrome, oder Angst vor dem Arzt?
Diese Statistiken fallen allesamt so eindeutig aus, dass sich Pauls Raudseps in einem Beitrag für die Zeitschrift "IR" sogar veranlasst sieht, das Phänomen als "Männlichkeitssyndrom" zu bezeichnen. Männer suchen sich keine Hilfe im Problemfall, nehmen unbedacht Medikamente, und gehen selten zu Vorsorgeuntersuchungen, das bestätigt auch Dr. Ernests Pūliņš-Cinis, Arzt an der Stradiņa-Universität Riga.
Agris Starts organisiert und moderiert Gesprächsabende für Männer unter dem Motto "Einsamer Kampf" ("Vientuļā cīņa"); in der Einladung zur Veranstaltung steht folgender Satz: "Männer entscheiden sich oft dafür, die Schwierigkeiten des Lebens alleine zu bewältigen – indem sie schweigen und ihre Gefühle verbergen." "Männer sind überzeugt, dass niemand sonst sich für ihre Probleme interessiert," meint Gesprächsmoderator Starts.
Einsam und unverstanden?
Umfragen zufolge haben im vergangenen Jahr 28% der Männer nicht den Hausarzt aufgesucht (bei den Frauen 13%). Nur 67 % der Männer hatten im letzten Jahr ihren Blutdruck messen lassen, bei den Frauen lag der Anteil bei etwa 85 %. ("IR")
Beim Alkoholkonsum pro Einwohner über 15 Jahren liegt entsprechend Untersuchungen der OECD Lettland vorn, zusammen mit Portugal. Einer Studie des "Baltic International Centre for Economic Policy Studies" (BICEPS) zufolge trinken 71% der Menschen in Lettland Alkohol (vor allem Männer). An gleicher Stelle ist auch nachzulesen, dass Lettland an der Spitze der sogenannten (durch Vorsorge oder Behandlung) "vermeidbaren" Todesursachen steht - ausdrücklich nur bei den Männern. Und auch 43% der lettischen Männer bekennen sich Raucher zu sein (im EU-Mittel sind es 28%). Die Studie weist allerdings auch auf die chronische Unterfinanzierung des lettischen Gesundheitssystems hin.
Wege der Besserung
Gibt es Wege, die Situation zu verbessern? Vor wenigen Wochen trat ein Gesetz in Kraft zur Verkürzung der Verkaufszeiten von Alkohol. (siehe "Abends ohne"). Das stieß jedoch auf starken Widerstand seitens der Alkoholhersteller und -händler, und auch in den Diskussionen über den Haushalt 2026 wurde die geplante Erhöhung der Alkoholsteuer in den kommenden Jahren unter dem offensichtlichen Einfluss dieser Lobby abgeschwächt.
Aber der lettische Staat unternehme viel zu wenig gegen die Sterblichkeit von Männern, beklagen andere. Den Worten von Sanita Janka, Direktorin der Abteilung für Gesundheitswesen des Gesundheitsministeriums zufolge, nahmen immerhin 76% der männlichen Zielgruppe im vergangenen Jahr Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Gesundheitserziehung als Schulfach würde Janka befürworten - doch aus dem Bildungsministerium kam bisher keine Initiative in diese Richtung. ("IR")Einige Selbsthilfegruppen von Männern, die anderen helfen wollen, haben sich gebildet. Mit "Europa Uomo Latvia" gibt es jetzt eine lettische Vereinigung zur Bekämpfung von Prostatakrebs,und mit „Dzīvības koks” (Baum des Lebens) gibt es einen Verein zur Unterstützung von Krebspatienten. Der Verein "Telpa Vīriem" (ein Raum für Männer) möchte Männer ins Gespräch miteinander bringen. Die "Izdzīvošanas skola" (Überlebensschule) organisiert Wanderungen in der Natur gemeinsam für Väter und Söhne, dazu auch "50-Stunden-Aufgaben" zur Verbesserung der authentischen Männlichkeit. Ob das Motto dieser "Überlebensschule" weiterhilft? Dort heißt es: "Männer brauchen eine abgeschiedene und rauere Umgebung, in der sie sie selbst sein können, sich ihren Ängsten und den Kräften der Natur stellen, Schwierigkeiten überwinden, körperlich kämpfen, die Gemeinschaft mit anderen Männern erleben, Lebenserfahrungen austauschen und Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens suchen können."
Nun ja, für ein paar "gute Vorsätze" zum Neuen Jahr wird es sicher erst einmal reichen.
15. Dezember 2025
Bücher im Fass
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| Regale, Bücher und Lesende |
Eine schöne Aktion kam in diesem Jahr von der Lettischen Nationalbibliothek: "Schickt uns ein Foto, ein Selfie mit eurem Bücherregal!" ("Mans grāmatplaukts") Gefeiert werden 500 Jahre lettischsprachige Bücher. (siehe auch: Posterausstellung)
Die Geschichte dieser angeblich ersten lettischen Bücher ist jedoch spannend. "Eine unvollendete Detektivgeschichte" nennt Historiker Thomas T. Müller es in einem Interview mit der Zeitschrift "IR". (siehe auch: Luthermuseen)
Was meint er damit?
Lettisch als Schriftsprache - damals illegal
Vor 500 Jahren wurden im Hafen von Lübeck Bücher gefunden, soviel ist einer knappen Notiz von Johannes Brandes zu entnehmen, der damals Dekan des Domkapitels von Lübeck war. Ein Fass mit verbotenen lutherischen Büchern sei gefunden worden, darunter solche "in livonischer, lettischer und estnischer Sprache". Auch wenn Brandes diese Notiz sogar mit einem Datum versah - es soll am 8. November 1525 passiert sein - so gibt es eben außer diesem Dokument keinen Nachweis, dass es damals wirklich Bücher in lettischer Sprache gab. Und bei der Angabe "livonisch" steht noch mehr in Zweifel, was damit gemeint sein könnte: Livisch? Oder doch eher niederdeutsch?
Die erwähnten Bücher gibt es heute nicht mehr - zumindest hat niemand sie je wieder gesehen. In sofern schlussfolgert Historiker Müller, es sei noch viel zu tun, um hundertprozentig zu beweisen, dass es diese angeblich lettischsprachigen Bücher wirklich gegeben habe. Und außerdem habe in Lübeck 1525 ziemlich sicher niemand Bücher dieser damals "seltsamen Sprachen" lesen können.Seltsame Sprachen, aufwändige Bücher
Die Reformationsbewegung habe damals versucht, ihre Botschaft auch in den Sprachen der Völker, die missioniert werden sollten, zu verbreiten, so heißt es. Bücher für alle, die lesen konnten - nicht nur für Geistliche. "Es waren deutschsprachige Reformatoren wie Silvester Tegetmeier und Andreas Knöpken, die in der St.-Jakobs-Kathedrale bzw. in der St.-Petri-Kirche tätig waren", meint Historiker Müller. "Aber auch der Prediger Melchior Hofmann, der kurz vor der Veröffentlichung dieser Bücher noch in Wittenberg gewesen war und zusammen mit Luther einen Brief an die Livländer veröffentlicht hatte, der ebenfalls gedruckt wurde." Historiker Müller hält es ebenfalls für möglich, dass damals Studenten aus Livland in Wittenberg gewesen seien, die Lettisch beherrschten. Denn auch Prediger Hofmann habe Reisegefährten gehabt, die sich mit der estnischen Sprache auskannten. "In der Druckerei in Wittenberg, wo diese Bücher gedruckt worden sein könnten, müsste man mal nachsehen, ob dort Buchstabenformen gefunden werden könnten die auf den Druck lettischer Bücher hinweisen – das könnte eine neue Forschungsrichtung sein." (IR)Und schließlich: es ist nicht bewiesen, dass die 1525 aufgefundenen Bücher auch wirklich verbrannt wurden. Einzelne Buchseiten könnten wiederverwertet worden sein, als Umschlag zu einem anderen Buch zum Beispiel. Wer also noch entsprechend alte Bücher im Archiv haben sollte, könnten mal nachsehen.







