31. Juli 2008

Tour zur Abbitte, oder Atom-Werbung?

Beim Ostseeratsgipfel in Riga fehlten die russischen und die deutschen Regierungschefs in trauter Einigkeit. Die angeblich bereits fest ins Auge gefasste Reform der regionalen Zusammen- arbeit wird so weiterhin hinter verschlossen- en Türen von irgend- welchen hohen Staats- beamten zerredet. Was Deutschland von der Ostseekooperation hält, wo Deutschland mit den Nachbarn hinwill, bleibt unklar.
Statt dessen wird der anwesenden Weltpresse unter anderem einzureden versucht, kaum jemand in der baltischen Region habe noch etwas gegen die vom Ex-Kanzler Schröder protegierte Gaspipeline durch die Ostsee. - Und in Berlin wurde f
ast gleichzeitig stolz verkündet, dass Dmitri Medwedew seinen ersten ausländischen Staatsbesuch Deutschland widmete.

Und nun, liebe Kinder, ist die vielbeschäftigte Frau Bundeskanzlerin erstmal in Urlaub. Aber:
"Alle sollen und wollen wissen, was die Kanzlerin macht. Nicht nur die, die sie gewählt haben, sind neugierig. Auch die Menschen, die sie nicht so gern mögen oder nicht gewählt haben, interessieren sich für sie." (Zitat Webseite der Bundeskanzlerin). Und da sich die Kanzlerin ja so sehr für die "Balten" interessiert, wird schon mal die Fortsetzung des Polittourismus angekündigt: am 25. und 26.August will Angela dann doch einmal, ganz in Ruhe und ungestört von anderen Staatschefs, nach Lettland, Litauen und Schweden fahren.

Drei Länder in zwei Tagen - na gut, ein Kurzbesuch. Was wird gefeiert? Wohl überlegt haben die Deutschen den lettischen Teil des "baltischen Kulturjahrs" ("Essentia Baltica", "Ohwatziehja") ja ausschließlich in den Mai verlegt - das wäre also schon vorbei. Die Amtszeit der lettischen Präsidentin Vīķe-Freiberga ist ja leider schon länger Vergangenheit - ein frauliches
Tête-à-tête ist also auch ausgeschlossen. Und Prädent Zatlers hatte ja angeblich Straßenumbenennungen zur ersten Priorität dieses Jahres erkärt - also Hauptsache, die Staatskarossen finden die Deutsche Botschaft noch.

Was ist also los? Merkel wird den Litauern und Letten kaum einfach erklären, wie schön doch ihr Land sei. Dazu ist schon Außenminister Steinmeier durch den Sand der Kurischen Nehrung und durch die Altstadt von Riga gestiefelt. Oder vielleicht soll es Werbung für Atomkraft werden? Wenn schon Litauer und Letten nichts von der Gaspipeline haben, dann will Deutschland ihnen nun vielleicht den zukünftigen Atomstrom abkaufen? Endlich wieder "Baltikum"! Baltische Einheit durch Atomkraft? Mal sehen, wer sich mit strahlenden Gesichtern zusammenschweißen lässt. Schließlich gelten die deutsche E.ON (bzw. deren schwedische Tochter E.ON Nordic) als mögliche Großinvestoren für ein neues Ignalina. Ob sich sowas im Amtszimmer des lettischen EU-Kommissar für Energie, Andris Piebalgs, schon atomar ausgebrütet wird?

Klar ist aber auch, dass auch diesem Besuch eine Stippvisite in Russland vorausgehen wird. Diesmal wird Sotschi am Schwarzen Meer der Schauplatz sein. Am 15.August reist Merkel zunächst dorthin - aber es sollte doch wundern, wenn das Thema Energie im August bei allen diesen Anlässen NICHT Thema wäre.

P.S.: inzwischen wurden die Ankündigungen des Bundeskanzleramts präzisiert: Merkel besucht Ende August lediglich Estland und Litauen. Die Themen bleiben. Neben Georgien sollen die Energiethemen weiterhin auf der Tagesordnung stehen, so heiß es.

28. Juli 2008

Kampfgeist wie vor 90 Jahren - jetzt in Bejing

Der neueste Schick? Na, das hier ist die offizielle lettische Olympia- Ausstattung! Meitenes un lauku zēni: attentione!
Anläßlich des bevorstehenden 90.Jahrestags der Unabhängig- keitserklärung Lettlands macht auch die Sportkleidung ein wenig den Eindruck, als müsse Riga nochmals vor fremden Eindringlingen beschützt werden (im Bild: Speerwerferin Madara Palameika). "Die vier Silbermedaillien von Athen 2004 sollen möglichst übertroffen werden," meint Aldons Vrublevskis, Chef des lettischen olympischen Komittees.

Allen, die mit lettischen Athletinnen und Athleten um den Erfolg mitfiebern möchten, bekommen diesmal kostenfrei im Internet - Lettisch oder Englisch - sämtlic
he Informationen zu allen lettischen Sportlern sowie einen Zeitplan zur Verfügung gestellt, in dem lettische Beteiligung schon optisch vorgemerkt ist (Olympiainformation kompakt: Download)

So lässt sich zum Beispiel nachlesen, dass Zehnkämpfer Janis Karlivans in Athen 2004 den 25.Platz belegte, 800mLäufer Dmitrijs Milkevics mit 1.43,67min den lettischen Rekord im 800m-Lauf hält, dass 110m-Hürdenläufer Stanislavs Olijars immer noch von seiner Mutter trainiert wird - die in Peking selbst dabei sein wird. Lettlands neuer Tennisstar Ernests Gulbis, der zuletzt als Viertelfinalteilnehmer bei den French Open in Paris Aufsehen erregte, wird in Peking für Lettland starten - und verweist darauf,
dass er 2008 auch schon ein ATP-Turnier gewonnen hat: in Houston/USA, im Doppel an der Seite des Deutschen Rainer Schüttler.
Wer könnte Medaillenkandidat/in sein? Vielleicht Langstreckenläuferin Jeļena Prokopčuka? Oder eher einer der beiden Speerwerfer Vadim Vasilevskis oder Eriks Rags? Oder sollte man eher auf Athleten in "Randsportarten" wie Maris Strombergs im BMX-Radfahren setzen? Ein "heisser Tipp" ist sicher auch Gewichtheber Viktors Ščerbatihs - trotz zwischenzeitlicher Politikerkarriere immer noch aktiv. Ščerbatihs gewann 2004 in Athen - wie Speerwerfer Vasilevskis - Silber, und möchte gern noch eine Stufe auf dem Treppchen höher steigen.

Kurz ein paar Stichworte aus der lettischen Olympiageschichte: gegründet wurde das lettische olympische Kommitee (LOK) am 23.April 1922, und Lettland war 1924 in Paris und bei den Winterspielen in Chamonix zum ersten Mal dabei. Die lettische Statistik führt aber auch noch Harry Blau auf, der bereits 1912 in Stockholm eine Bronzemedaille im Trappschießen gewann und aus Lettland als damaligem Teil des russischen Reiches kam. Insgesamt 3 Medaillengewinner gab es bis Berlin 1936: zweimal im 50km Gehen und einmal im Ringen.

"Nach 1940 wurden die Aktivitäten des lettischen olympischen Kommittees unterbrochen durch Okkupation und die illegale Eingliederung in die UDSSR", schreibt das LOK heute. Von 1952 bis 1988 gewannen Athleten aus Lettland - als Teil der Mannschaft der UDSSR - insgesamt 19 Gold-, 24 Silber- und 14 Bronzemedaillen. Speerwerferin Inese Jaunzeme war 1956 die erste Goldmedaillengewinnerin aus Lettland.

Im Pistolenschießen tritt übrigens immer noch Afanasijs Kuzmins an: geboren 1947, schon 1976 in Montreal/Kanada bei Olympia dabei, der in Seoul 1988 Gold und 1992 in Barselona Silber gewann. Na dann: "Sarauj", und "veiksmīgi"!

Nachtrag:
Die lettische Nachrichtenagentur LETA hat eine sehr schöne Aufstellung gemacht aller lettischen Medailliengewinner (bei Olympischen Sommerspielen), einschließlich der Sportler aus Lettland, die im Rahmen der Mannschaft Sowjetlettlands starteten. Die Liste findet sich hier - aber da dies vielleicht nach Peking nicht mehr online zu lesen sein wird, hier die Namen:

Goldmedaillen:
1956 – Inese Jaunzeme (Speerwerfen)
1960 – Elvīra Ozoliņa (Speerwerfen)
1964 – Ivans Bugajenkovs (Volleyball)
1964 – Staņislavs Lugailo (Volleyball)
1968 – Ivans Bugajenkovs (Volleyball)
1968 – Tatjana Veinberga (Volleyball)
1968 – Oļegs Antropovs (Volleyball)
1968 – Jānis Lūsis (Speerwerfen)
1976 – Tamāra Dauniene (Basketball)
1976 – Uļjana Semjonova (Basketball)
1980 – Uļjana Semjonova (Basketball)
1980 – Dainis Kūla (Speerwerfen)
1980 – Pāvels Seļivanovs (Volleyball)
1980 – Aleksandrs Muzičenko (Segeln)
1988 – Afanasijs Kuzmins (Schießen)
1988 – Ivans Klementjevs (Kanu)
1988 – Natālija Laščonova (Turnen)
1988 – Igors Miglinieks (Basketball)
2000.gads – Igors Vihrovs (Turnen)

Silbermedaillen
1932 – Jānis Daliņš (Gehen)
1936 – Edvīns Bietags (Ringen griechisch-römisch)
1956 – Vasīlijs Stepanovs (Gewichtheben)
1956 – Jānis Krūmiņš (Basketball)
1956 – Valdis Muižnieks (Basketball)
1956 – Maigonis Valdmanis (Basketball)
1960 – Jānis Krūmiņš (Basketball)
1960 – Valdis Muižnieks (Basketball)
1960 – Maigonis Valdmanis (Basketball)
1960 – Cēzars Ozers (Basketball)
1964 – Jānis Krūmiņš (Basketball)
1964 – Valdis Muižnieks (Basketball)
1964 – Pāvels Seničevs (Schießen)
1964 – Astra Biltauere (Volleyball)
1964 – Imants Bodnieks (Bahnradfahren)
1964 – Jānis Lūsis (Speerwerfen)
1972 – Juris Silovs (4 x 100m Staffel)
1976 – Pāvels Seļivanovs (Volleyball)
1976 – Aivars Lazdenieks (Rudern, Doppelvierer)
1980 – Arsens Miskarovs (Schwimmen, 100m Brust)
1980 – Arsens Miskarovs (Schwimmen, 4x100m Lagen Staffel)
1980 – Žoržs Tikmers (Rudern - heute lettischer Delegationsleiter in Peking!)
1980 – Dimants Krišjānis (Rudern, Vierer mit Steuermann)
1980 – Artūrs Garonskis (Rudern, Vierer mit Steuermann)
1980 – Dzintars Krišjānis (Rudern, Vierer mit Steuermann)
1980 – Juris Bērziņš (Rudern, Steuermann des Ruder-Vierers)
1988 – Raimonds Vilde (Volleyball)
1992 – Afanasijs Kuzmins (Schießen)
1992 – Ivans Klementjevs (Kanu)
1996 – Ivans Klementjevs (Kanu)
2000 – Aigars Fadejevs (Gehen)
2004 – Vadims Vasiļevskis (Speerwerfen)
2004 – Jeļena Rubļevska (Moderner Fünfkamp)
2004 – Viktors Ščerbatihs (Gewichtheben)
2004 – Jevgēņijs Saproņenko (Turnen)

Bronzemedaillen
1912 – Haralds Blaus (Trappschießen)
1936 – Adalberts Budenko (Gehen)
1960 – Bruno Habarovs (Fechten, Degen)
1960 – Bruno Habarovs (Degenfechten, Mannschaft)
1964 – Arons Bogoļubovs (Judo)
1972 – Jānis Lūsis (Speerwerfen)
1972 – Georgijs Kuļikovs (Schwimmen, 4x200m Freistil-Staffel)
1976 – Inta Klimoviča (4x400m Staffel)
1976 – Juris Silovs (4x100m Staffel)
1980 – Arsens Miskarovs (Schwimmen, 200m Brust)
1980 – Aleksandrs Jackevičs (Judo)
1992 – Dainis Ozols (Radfahren, Straßenrennen)
2000 – Vsevolods Zeļonijs (Judo)

24. Juli 2008

Hauptstädtische Straßenverwirrung

Riga leistet sich immer noch prestigeträchtige Schaukämpfe in der parlamentarischen Arena des Stadtrats. Offenbar denken sich einige der Beteiligten: besser eine Mücke zum Elefanten machen als umgekehrt. Da es kaum noch "Herzenssachen" im politischen Alltagsgeschäft gibt - meist geht es schlicht um Geld, Macht und Einfluß - zauberte man ein Thema aus der Westentasche, das nun wieder Lettinnen und Letten von Alsunga bis Kanada zu emotionalen Äußerungen zur Sache bewegt.
Dabei geht es um das Alltagsgeschäft v
on städtischer Politik: um die Änderung eines Straßennamens.

Zigfrīds Anna Meierovics wurde am 6.2.1887 als Sohn eines jüdischen Arztes in Durbe geboren - damals noch Teil der so- genannten "baltischen Ostsee- provinzen" des russischen Zarenreiches. Aufgrund des Todes seiner Mutter, und einer schweren (psychischen) Krankheit seines Vaters von seinem Onkel erzogen, der Lehrer war, arbeitete er vor dem 1.Weltkrieg zunächst als Versicherungsfachmann, Buchhalter und bei Kreditgesellschaften (den 2.Vornamen "Anna" gab ihm übrigens sein Vater, in Gedenken an die verstorbene Mutter). Im Krieg in verschiedenen Aufgaben auf russischer Seite tätig (teilweise für nach Osten geflohene lettische Kriegsflüchtlinge zuständig), kehrte er 1917 nach Riga zurück. 1919 nahm er an der Verteidigung Rigas gegen die "Bermondt-Truppen" teil - da war er schon der erste Außenminister der jungen lettischen Republik geworden. Er blieb es bis 1921. Zweimal war er danach noch selbst Regierungschef. Er starb plötzlich durch einen Autounfall am 22.August 1925.

90 Jahre Lettland - Suche nach Symbolen
Nach dem plötzlichen Tod von Außenminister Meierovics wurde 1929 der
Basteja Boulevard nach ihm benannt - bis 1940, der Besetzung durch die Rote Armee (und bis heute). Sowjetische Anklänge hat der bisherige Name nicht - allerdings rechnen manche die Umbenennung 1929 auch zu den Bemühungen, allzu viele Anklänge an die ehemals deutsch gesprägte Stadt wegzuradieren (das Wort "bastejs" ist eher dem deutschen Wort "Bastei" nachempfunden, in lettischen Wörterbüchern wird man eher "bastion" für die gleiche Bedeutung finden).

Nun jährt sich bald der 90-Jahrestag der Ausrufung der unabhängigen lettischen Republik am 18.11.1918. Am 21.Juli 2008 stimmten nun die Abgeordneten des Stadtrats Riga mit 34 Ja-Stimmen (11 Nein, 8 Enthaltungen). Innerhalb von drei Monaten soll die Umbenennung nun vollzogen werden - allerdings dürfen für eine gewisse Zeit noch beide Bezeichnungen verwendet werden (z.b. für die Postzustellung). Prominenter Befürworter dieser Initiative war Staatspräsident Valdis Zalters - einige Pressevertreter zitieren etwas ironisch, dass er dieses Thema sogar zu einem der "wichtigsten Ereignisse des Jahres" aus seiner Sicht habe machen wollen (so viel zum Thema Symbolik ...).

Vielsagend, dass wieder einmal die Idee der Straßenu
mbenennung mit dem Nacheifern nach dem nördlichen Nachbarn begründet wird: "Kürzlich wurde bekannt," schrieb das lettische Außenministerium schon vor einigen Wochen in einer Stellungnahme, "dass die Esten den Flughafen Tallinn nach ihrem ehemaligen Präsidenten Lennart Meri benennen wollen." In Lettland dagegen sei die Erinnerung an die ehemaligen Staatsmänner nicht so stark ausgeprägt, bedauert es der heutige Amtsnachfolger Māris Riekstiņš. Wohl gäbe es inzwischen Denkmäler zu Ehren der ehemaligen Staatspräsidenten Kārlis Ulmanis und Jānis Čakste, Straßenbenennungen zu Ehren des Schriftstellers und Folkloristen Krišjānis Valdemārs wie auch des "Vaters der Dainas", Krišjānis Barons. Aber: wenn in Paris eines de Gaulle oder Napoleon gedacht werde, in Wien Metternich, und in Berlin Bismark - dann müsse es auch als ebenso angebracht gelten, wenn Lettland seines ersten Außenministers gedenke.

Diskussion um Kosten und Sinnhaftigkeit
Es gibt einflußreiche Befürworter der Umbenennung. Dazu gehört die weltweite "Vereinigung der freien Letten" (Pasaules brīvo latviešu apvienība PBLA), deren Vorsitzender in den Jahren 1990-93 Gunārs Meierovics war, der Sohn des ehemaligen Außenministers. Bürgermeister Jānis Birks dagegen konnte sich eher für einen "Meierovics-Flughafen" in Riga erwärmen, steht damit aber bisher allein. Eine Umfrage der Agentur SKDS unter den Einwohnern Rigas dagegen zeigte, dass nicht weniger als 79,2% der Befragten GEGEN die Umbenennung sich aussprachen
(NRA 16.7.08). Bemerkenswert dabei, dass der Anteil der Umbenennungs-Gegner unter denjenigen mit lettischer Staatsbürgerschaft mit 84,6% sogar noch höher war. Etwas mehr Zustimmung soll es lediglich bei den über 55-Jährigen sowie bei staatlich Angestellten gegeben haben.

Ein gewisser Gewöhnungsfaktor an den "Bastei-Boulevard" mag also auch eine Rolle spielen. Treffen sich doch auch die Liebespaare gern am "Basteiberg", Geschäftsleute schufen inzwischen eine "Bastei-Passage", und auch die Gedenksteine an die bei den Januarunruhen 1991 zu Tode gekommenen (so der Filmemacher Andris Slapiņš) sind hier in unmittelbarer Nähe zu finden.
Wer sich für die genauen historischen Details interessiert, muss aber schon beachtliche Kenntnisse über die sehr bewegten zeitgeschichtlichen Epochen hinweg haben. Argumente der Umbenennungsgegner unter den Stadtratsabgeordneten etwa, der "Basteja Boulevard" habe einen so schön poetischen
Namen, und "viele Dichter schon zu ihren Werken angeregt", zählen sicher in diese Kathegorie.

Andere betonen akribisch die Entwicklung dieses Straßen- abschnitts. Pēteris Bolšaitis, Vorstands- mitglied beim lettischen Okkupa- tions- museum, zählte in einem Beitrag für die Tageszeitung DIENA (15.4.08) einige der Fakten auf:
Um das Jahr 1858 sei der Name Bastei-Boulevard nach dem Niederreißen der Stadtmauern geschaffen worden. In den 20er Jahren wurde es dann teils zum
Aspāzijas Boulevard, der andere Teil zum Meierovica-Boulevard. 1941 wurde die Bezeichnung zunächst zum "Sowjet-Boulevard", um dann doch ganze neun Jahre lang "Aspāzijas Boulevard" zu heißen. Offenbar erinnerte das dann aus bolschewistischer Sicht zu sehr an "die Vergangenheit Lettland", und der Name "Sowjet-Boulevard" kehrte zurück bis zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands bourgeoise- und der erneuten Teilung in "Basteja-" und "Aspāzijas-Boulevard". Ein Argument, dass Straßennamen doch viel weniger "historisch" sind als von Zeitgenossen oft angenommen.

Übrigens muss die nun erfolgte Umbenennung noch eine technische Klippe überwinden. Bisher besagen die städtischen Bestimmung, dass Straßennamen nicht mehr als 30 Stellen haben dürfen. Im Falle einer Bezeichnung "Zigfrīda Annas Meierovica bulvāris" wären dies 34.

Was die
deutsche Geschichtsschreibung angeht, so sollte nicht vergessen werden, dass die erste (provisorische) Niederlassung der Deutschen Botschaft in Riga (nach Wiedererlangung der lett. Unabhängigkeit) Anfang der 90er Jahre ebenfalls in dieser Straße ihren Sitz hatte: in einem Haus des bisherigen Basteja Bulvāris.

21. Juli 2008

Bolderāja: ein Blick durch die Ritzen Aufzeichnungen einer Transitreisenden

Etwas Abgesichertes kann ich über Bolderāja nicht schreiben. Ich lebe nicht dort, ich habe auch kein Sommerhaus in Vakarbuļļi an der Daugavamündung, und mein privates und berufliches Leben ist nicht abhängig vom Fahrplan des Autobusses Nr.3.
Ich weiß fast nichts über den Leuchtturm in Daugavgrīva, nichts über die Liebesinsel oder die Festungsanlage von Daugavgrīva. Ich atme nicht den Duft des Meeres ein, auch nicht das schlechtere Aroma der Industrieanlagen; ich lernte weder in der Schule Nr.33 noch Nr.67, ging auch nicht in einen der Nightclubs „Nelda“, „Bonanza“ oder „Tirgus“.
Was bin ich überhaupt?

Aber es gibt ein Genre – der Verkehrszeichen. Niemand erwartet ja von dessen Macher die Präzision eines Juweliers in der Wiedergabe von Tatsachen, oder ernsthafte Argumentation. Das Prinzip ist einfach und alt: was ich sehe, das singe ich auch. Niemandem ist es verboten die Schönheit der Straßen im Frühling zu besingen.
Sie wissen noch weniger über Bolderāja als ich, oder?

Bolderāja ist ein Stadtteil Rigas. Ein wenig entfernt gelegen, ein wenig vergessen, ein wenig wie ein Reservat oder eine kleine Oase. Ein wenig Daugavgrīva.
Zusammen mit dem Stadtteil Vecmīlgrāvis läßt sich Bolderaja als Maßstab von Rigas Straßen ansehen. — Komm zu Besuch! Ach – zu weit? Ach hör doch auf – ich rufe ja nicht gleich nach Bolderāja!
Da gibt es ein Gerücht, irgendein Politiker hätte gesagt: „als ich in Bolderāja wohnte, bin ich immer nur mit der Straßenbahn oder dem Trolleybus gefahren!“

Ich glaube, das ist nur Gerede. Ein allzu eifriger Fehler – es kann nicht sein, dass ein Rigenser, sei es auch ein Politiker, solch einen Fehler begehen könnte. Es gehen nämlich weder Straßenbahnen noch Trolleybusse nach Bolderāja. Nur Autobus Nummer 3. Oder das Fährboot bis Vecmīlgrāvis. Oder bis nach Schweden. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite die Bucht der Daugava, und überall sonst: Wald.
Es gibt auch noch den Fluß Buļļupe, der Bolderāja vom Stadtteil Daugavgrīva trennt, und die Buļļupe ist ein Futterplatz der Schwäne. Und die Einwohner von Bolderāja an der Küste kommen um diese Schwäne zu füttern. Dort schwimmen die Schwäne, weiß, stolz, elegant biegen sie ihre Schwanenhälse und nehmen majestätisch von der Wasseroberfläche die nassen Brotstückchen auf. Und im Röhricht verstecken sich die in Riga seltenen Schellenten. Sie fürchten sich weder vor den Schwänen noch vor den Möven. Wenn einmal Enten aus dem Röhricht herauszuschwimmen versuchen, nahen sofort die Möven heran, laut rufend, fliegen auf sie zu und versuchen sie zurückzutreiben. Es sieht so aus, als ob das ein alter Streit ist, dessen Ursache heute nicht mehr gefunden werden kann.




Bolderāja ist ein Wunderland: ein unbedachter Schritt: und du bist verloren.
Ein der stärksten Mythen über Bolderāja ist derjenige über die schlechte kriminologische Situation. Die Zeitungen schreiben in regelmäßigen Abständen über die in Bolderāja begangenen Verbrechen, über die Drogensüchtigen, die angeblich einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen, und über die an schlechten Drogen gestorbenen Jugendlichen. Die Menschen in Bolderāja selbst empören sich darüber: nichts dergleichen ist bei uns, Bolderāja ist überhaupt nicht gefährlich – nicht anders als zum Beispiel in Rigas Altstadt! Doch das übrige Riga schaut zurückhaltend auf Bolderāja und hat es auch nicht eilig, dort etwa Wohnungen zu kaufen. Die Wahrheit liegt – sehr wahrscheinlich – in der Mitte. Meine Freundin, die beim ärztlichen Rettungsdienst arbeitet, sagt, dass es Drogensüchtige in Bolderāja nicht mehr als in Riga gibt – aber Fälle von betrunken aufgefundenen Menschen wesentlich häufiger.

Interessant ist der für Bolderāja typische Patriotismus. Wer nach Irland, England oder Russland auswandert, der sehnt sich nicht nach Lettland oder Riga zurück – aber speziell nach Bolderāja. Im Internet kann man Gedichte finden, geschichtliche Abhandlungen, Gruppierungen, speziell Daugavgrīva und Bolderāja gewidmet.
Es ist überwiegend ein russischer Bezirk. Zum einen, weil wenn ich irgendein Mütterchen auf der Straße auf Lettisch anspreche, dann sehe ich in ihren Augen ein derartiges Erstaunen und Unverständnis, wie es sonst wohl nur vorkommt, wenn ich Chinesisch gesprochen hätte.
Früher gab es in Daugavgrīva eine Bibliothek und in verschiedenen Klubs gab es Schauspielproben nach Gedichten von Sergej Jessenin. Die Bibliothek ist geschlossen, die Klubs wurden zu Nachtklubs.

Es wurden Sozialwohnungen für diejenigen Menschen gebaut, die ihre bisherigen Wohnungen aus verschiedenen Gründen verloren haben: wegen eines Brandes, oder wegen Schulden. Die Bewohner solcher Häuser sind sehr unterschiedlich. Die Häuser ebenfalls. Einige sind gewöhnliche Wohnungen, andere bestehen nur aus einem Korridor und einer gemeinsamen Etagenküche. Tuberkulose und Trunksucht. Sozialarbeiter und die Polizei besuchen solche Häuser oft. Die blauen Autobusse, in denen die Sozialarbeiter des Bezirks der Kurzeme-Vorstadt herumfahren, werden von den Einwohnern treffend als „blaue Pfeile“ bezeichnet - wie die Spielzeugeisenbahn aus den populären Märchen von Gianni Rodari, die kommt um den armen Kindern zu helfen, dort wo die Eltern kein Geld für Geschenke haben.


Die „Aborigines“ von Bolderāja wollen ihren Wohnbezirk nicht wechseln oder gegen irgend welche Güter eintauschen. Sie achten nicht auf die Armut und die komplizierte kriminologische Situation. „Das ist hier doch das Meer!“ – herzlich wundern sie sich über die Zeichen des Unverständnisses bei ihren Gästen.
Wem sonst, aber für mich ... Bolderājas – so sagte es mein völlig des Lebens überdrüssiger Großvater. Iļģuciems, Imanta, Zolitūde und dann noch weiter dorthin. Es rauschen die Kiefern über den neuen Gräbern von Bolderāja, gerade auf halbem Weg von Bolderāja zum übrigen Riga. Dorthin ist für jeden der Weg gleich.

Die Autorin dankt der Webseite
http://boldes.ucoz.ru - eine der besten Quellen für Information und neue Ideen!

Wer diesen Text in russischer Sprache lesen möchte, kann dies hier

3. Juli 2008

Urlaubscheck Lettland

Es gibt Fernseh- sender, von denen niemand merkt, dass man sie in der Programm- auswahl verfügbar hat. Kabel Eins war so ein Fall - bis ich in der Programmvorschau für den 3.Juli entdeckte, dass dort ein "Urlaubscheck Lettland" angeboten wird. Das wäre immerhin der erste im deutschsprachigen Fernsehen, soweit ich das in Erinnerung habe. Gut, Werbung fürs "Paris des Nordens" oder für die "Jugendstilhauptstadt" wurde schon viel gemacht, aber Tests und Tourismuskritik? Eher gar nicht.

Nun also Kabel eins. Titel:
"Billiger Luxus-Urlaub an der Ostsee: Der Geheimtipp in Lettland auf dem Prüfstand. Jurmala in Lettland gilt als exklusivstes Ostseebad im gesamten Baltikum. Aber entspricht es auch westeuropäischem Standard?"

Um 22.15 Uhr ging es los (das "K1-Magazin"). Schwer zu ertragen von der journalistischen Qualität. Ein nerviger Möchtegern-Alleswisser berät einen Mensch, der auf Fitnessstudios fixiert ist dabei, in Duisburg ein Disko aufzumachen. Resultat: am ersten Abend fast alle kostenfrei reinlassen, Jürgen (der aus dem Container!) Musik (ja, er nennt es wohl so) machen zu lassen, und Buffet kostenfrei. Angeblich soll der Laden auch nach diesem Supertipp noch laufen (hoffentlich hat der "Unternehmensberater" kein Geld dafür bekommen!). Dann ein Warentest der simplen Art, mit durchweg unkenntlich gemachten Markennamen. Da sagen wir: toll, wie praxisnah! Dann ein Test zur Fahrradreparatur. Fallbeispiel: jemand holt sein klappriges Fahrrad mitten im Sommer (nach Jahren der Nicht-Benutzung?) aus dem Keller und erwartet in der spontan besuchten Werkstatt eine sofortige Reparatur. So macht es kaum ein Radler - allenfalls jemand, der keinen Fahrradhändler seines Vertrauens hat, dafür aber eine (gesponserte) "versteckte Kamera". Was da der angebliche "Lettland-Test" nun bringen soll? Die Moderatorin namens Heinzelmann angezogen, als ob ihr das Kleid runtergerissen wurde und drunter ein durchsichtige T-Shirt plaziert wird. Wer's mag.

Gut, Kabel Eins schickt also ein Pärchen im späten Twen-Alter los durch Rigas Hotels, in das Nachtleben, an den Strand von Jurmala und in die Restaurants. Landeskunde ist nicht angesagt, Urlaubsvorbereitung ebenfalls Fehlanzeige. Das man nach Riga auch für unter 50 Euro fliegen kann, das ist hier der Tipp. Spontanurlauber also, die ebenso spontan loslaufen, um ein Hotel zu finden. Und der Einleitungstext stammte offenbar von jemand anderem (Zitat: "mit seinen vielen Jugendstilhäusern ist Riga Weltkulturerbe" - gezeigt wird dazu aber kein einziges Jugendstilhaus).

Schon für unter 50 Euro kann man nach Riga fliegen, wird hier fleißig geworben bei Kabel Eins. Damit ist auch das Ziel- publikum für diese Sendung wohl klar. Gefilmt angeblich mit "versteckter Kamera" - oft den Leuten mitten ins Gesicht. Geheim unterwegs für Deutschlands Urlauber - allein die Behauptung macht es offenbar (oder steckte die Kamera im Brillengestell?).

Testpersonen- Check: er, etwas speckig aussehend, ein Typ, der sich gern von Mutter bekochen lässt aber die Nächte mit seinen Studienfreunden durchmacht und nicht mag, wenn andere nicht aufräumen. Sie: eher vom Typ unscheinbar, aber sicher mit scharfer Zunge und prüfendem Blick ausgestattet.
Also los: durch Rigas Altstadt traben und nach Hotels fragen. Resultat: durchaus wie erwartet. Wer nur nach "Sternen" guckt, und mit ein paar davon schon zufrieden ist (gezeigte Beispiele u.a.: Hotel Viktoria, ein "Hostel"), bekommt sehr durchschnittliche Zimmer mit horrenden Preisen angeboten, schlecht gesäubert noch dazu. Das merken auch diese Tester. Riga ist zu teuer für ein durchschnittliches Angebot. Drei Hotels lehnen sie ab, nachdem sie den Preis erfahren und sich die Zimmer angesehen haben (75-120 Euro pro Nacht - im Hostel 35 Euro bei Schimmel in der Gemeinschafts-Etagendusche). Sie landen bei "Radi un draugi", wie so viele (52 Lat und ein sauberes Bad).

Soweit, so typisch. Heisse Tipps für Hotels in Riga gibt es kaum noch: grundsätzlich teuer, viel Lärm - aber manche wollen es ja so. Jedenfalls so viele, dass sich Riga eben leider in diese Richtung entwickelt hat - von Kundentreue oder Stammkunden hat man kaum je etwas gehört.

Nächste Station der Tester: der Strand in Jurmala. Hingefahren wird - typisch Deutsch? - mit dem Auto. 1,50 Lat Gebühr für die Einfahrt nach Jurmala, immerhin wird die Möglichkeit per Zug auch erwähnt, der Radweg (Lettlands schönster!) aber nicht. Die Gebühr für den Leihwagen wird übrigens auch lieber verschwiegen.
Und, oh Schreck: es gibt keinen Liegestuhl-Verleih! Das streichen die Kabel-Tester negativ an. Zitat: "wir müssen mit den Badetüchern direkt in den Sand." Na, hoffentlich hat das jetzt niemand in Lettland gesehen und stellt jetzt überall Liegestühle auf! Dass der Strand kostenfrei zugänglich war, erwähnen die Tester nicht. Schlicht zählt nicht. Aber zum Aufpeppen des (kurzen) Testerlebnisses werden nun noch jede Menge zufällig ausgewählte andere Gäste befragt: so wirkt das Filmchen ein wenig flotter. Und dann wird doch noch ein Fahrrad ausgeliehen - und positiv festgestellt, dass man hier direkt an der Wasserkante langfahren kann. Und dann muss natürlich am Strand ein Snack her - von Jurmalas schöner Flaniermeile (mit jeder Menge Restaurants) kein Wort. Die Tester müssen wohl das Plastikgeschirr am Strand testen - es ist immer schön, wenn jemand etwas selbst auswählt und dann auch noch negativ kritisiert. Zu fett das Schweinefleisch (Zitat: "fettiges zu fetten Preisen") - keine kaschierende und täuschende Werbung wie in Deutschland, kein "Joggingbrot" und "O,o%-Joghurt", oh je!

Zurück nach Riga. Gezeigt wird ein angeblich "traditionelles Restaurant". Hier werden graue Erbsen mit Speck und Sauerkrautsuppe bestellt und gekostet. Ach, wie provozierend lustlos man doch vor einer Kamera in der Suppe rühren kann!
Aber so schlecht fällt dann das Urteil gar nicht aus: ganz schön üppige Portionen. Und unser speckiger Tester bemerkt doch sogar: "Also, auf Kalorien haben die hier wohl noch nie irgendwie geachtet." irgendwie, immer ein tolles Urteil, besonders von einem so gut ernährten "Experten". "Und, wie schmeckts?" fragt die Stimme aus dem Off. "Die Erbsen sind grau, nicht wie bei uns, grün." Aha. Und dann: "Schmeckt echt besser als es aussieht." Na wenigstens das.

Und das wird noch gesteigert: "für den Hauptgang gehen wir in eines der besten Fischrestaurants in Riga". In das einzige in der Altstadt, - aber das wissen die Tester offenbar nicht. Gut Fisch essen kann man in Lettland doch fast überall! Aber hier muss wohl alles herhalten, was eingeschwebten "Last-Minute-Touristen" so als "Geheimtipp" verkauft wird. Eine Redaktion, die vorher etwas recherchiert? Wo gibt es denn das? Es sollte ja ein Test sein.
Nun kommen wieder die Tester zum Einsatz. "Is this typical ... Latvian?" fragt mit scheuem Augenaufschlag die Testerin. Hier wird die Forelle vor den Augen der Hungrigen aus dem Pool gefischt. Das Urteil am Ende wird klar sein: ganz schön teuer wars. Und so kommt es auch (60 Euro für 2 Personen).

Es folgt eine angeblich "besondere Kneipe" - Touristen verirren sich selten hierher, wird behauptet. und was macht man in einer so besonderen Kneipe? Riga Balsam trinken! Und mein Tipp bewahrheitet sich mal wieder: Riga Balsams hat 50% Liebhaber und 50% Balsam-Meider. Auch hier geht es 50 zu 50 aus.

Dann noch das Nachtleben. Was kommt jetzt? Rigas dicke Probleme mit Nacktbars und Casinos? Nein, den "gründlichen Testern" reicht ein einziger Club, behauptet wird, das es der "angesagteste" ist (das "Essential"). Aber Hauptsache es ist was los. Und schnell noch ein paar andere Gäste interviewt, um dem Urteil ein Fundament zu geben. 15 Euro für zwei kleine Bier. Fazit: "das Nachtleben kann hier locker mit anderen europäischen Hochburgen mithalten, auch im Preis. 5 von 6 möglichen Punkten." Hauptsache wohl, es ist was los, und sieht wie zu Hause aus.

Und dann noch der Nervfaktor: auch die schnell eingeflogenen Tester fahren Auto - und stehen im Stau. Was Minuspunkte bringt. Aber es wirkt leider nicht so, dass man besser ohne Auto fahren sollte - der deutsche Tester sitzt im Auto, zählt die Fahrminuten zum Strand, und wartet wohl in Zukunft darauf, dass ihm der Lette die Straßen freiräumt.

Das wars also mit dem ersten Lettland-Urlaubstest. Aber eigentlich wars nur ein Riga-Schnelltest für Billigflieger. Die Tendenz war dennoch richtig erkannt: teuer, wenig (Stamm-)kundenfreundlich, oft laut und hektisch. Die Konsequenz zogen die Tester leider nicht: Hotels außerhalb buchen, in Riga mehr Kultur genießen (die sensationell gut ist!), Essen auf lettische Art (also nicht in der Altstadt!), und viel außerhalb Rigas machen!
Schade, da muss mehr kommen! Aber schickt nächstes Mal bitte Testurlauber, die das Land auch wirklich interessiert!

Und noch eins: Kabel Eins zeigte seinen "Lettland-Urlaubstest" am Tag der Eröffnung des lettischen Sängerfests. Auch das war offenbar kein Thema. Kann man bei so einem Kurzbesuch nicht auch gleich alles mitkriegen ....