30. Juni 2006

Verrückte Mittsommerzeit - demnächst als Spielfilm

Mache keine Termine zur Mitsommerzeit - ganz Lettland befindet sich im Ausnahme- zustand!

Eine kleine Rückschau auf die verrückteste Zeit des Jahres leistet sich zur Zeit Alexander Hahn, der ein Filmteam auf dieses ur-lettische Motiv angesetzt hat. Ende 2006 soll der Film mit dem Arbeitstitel "Midsummer Madness" fertig sein, im Juli dreht das Filmteam in Lettland.

Alexander Hahn ist 1967 in Riga geboren und emigrierte dann 1977 zunächst nach Deutschland. Er studierte an der Filmakademie Wien, und hat nun drei Produktionsfirmen für den Lettland-Dreh zusammengeführt: Fischer-Film aus Österreich, Steve Walsh Productions aus Großbritannien, und Kaupo Film aus Lettland. Immerhin 3,25 Millionen Dollar beträgt das Gesamtbudget für den Film. Das kam durch verschiedene Förderungen zustande: das
Filminstitut, der Filmfonds Wien, das Land Oberösterreich, Latvian National Centre (LV), und "Eurimages". Für den ORF wird eine Fernsehfassung erstellt werden. Es wird in Englisch gedreht, die Postproduktion findet dann auf der britischen Insel statt.

Als in Deutschland bekanntester Schauspieler ist wohl Detlev Buck beim lettischen Mittsommer-Feiern dabei. Die Russin Chulpan Khamatova dürfte noch aus "Good bye Lenin" bekannt sein, Tobias Moretti aus "Kommissar Rex" oder als "Hitler" im TV-Drama "Speer und er". Von den mitwirkenden lettischen Schauspielern dürfte Gundars Āboliņš der Bekannteste sein, vor allem durch seine Mitwirkung im legendären "Limuzīns jāņu nakts krāsa" aus den 80er Jahren.

Laut Produktions-Booklet, was Fischer-Film vorab herausgegeben hat, geht es in dem Film um sechs verschiedene Geschichten, die sich parellel um die Mittsommernacht drehen: Kurt sucht in Lettland seine Halbschwester - und findet Unerwartetes. Mike und Lewis, zwei englische Feuerwehrleute, besuchen Riga, die Partnerstadt ihrer Heimatgemeinde. Foma und Janis, zwei lettische Kleinkriminelle, wollen am liebsten eine durch den Wald verlaufende Ölpipeline anbohren, auch wenn es in der Mittsommernacht geschehen muss. Yuki, ein japanischer Koch, besucht die Eltern seiner lettischen Freundin Aida - nur das diese noch nichts von der lettisch-japanischen Freundschaft wissen. Karl und Axel wiederum, zwei Geschäftsleute aus Deutschland und Österreich, verbringen den Abend mit dem wenig Vertrauen erweckenden Geschäftspartner Leonid. Und Livia, eine portugisische Dichterin, kommt mit ihrem Bodygoard nach Lettland, um die Asche ihres Mannes auf dem berühmten Berg der Kreuze zu verstreuen - und stellt fest, das sie in dem falschen Land ist.
Alle zusammen suchen irgendwie nach der magischen Farnblüte. Wir dürfen gespannt sein, ob sie am Ende gefunden wird - oder haben die Kühe sie schon gefressen.... ?

Wir dürfen dem Filmteam wohl guten Erfolg wünschen - und werden über den weiteren Verlauf der Fertigstellung sicher an geeigneter Stelle noch berichten ...

29. Juni 2006

Lettische Inliner im Netz

Inline-Skating hat auch in Lettland seine Fans. Eine gute Gelegenheit, sich einen Einblick zu verschaffen, ist die neu geschaffene Seite des Inliner-Klubs TAKTIKA. Kein Verein für Langweiler! Das wird schon aus der Vielzahl von Fotos über gelungene Aktionen, Videos, und Reisen auch nach Litauen und Estland deutlich.

Da ist zum Beispiel Dmitrijs. 19 Jahre alt, Student an der Technischen Universität in Riga. Was zählt ein echter Inliner auf, wenn er sich selbst charakterisieren will? Chris Cheshire oder Brandon Campbell sind die Namen seiner Inline-Vorbilder, die muss man wohl kennen in der Szene. Dass er auch schon eine Gehirnerschütterung hatte, einen Schlüsselbeinbruch, Fingerbrüche, eine Rippenquetschung und auch kaputte Knie, das kann leicht glauben, wer sich die auf seiner Seite abgebildeten Fotos ansieht.

So wie auch Nils. Er ist erst 14 und neu im Klub Taktika. Noch kann er keine körperlichen Auswirkungen von Mutproben aufweisen, aber das er nichts fürchtet, zeigt schon das Foto seiner Selbstdarstellung: mit lodernder Flamme zu allem bereit. Gut ausgerüstet mit Inliner-Schuhen natürlich: ein "USD Classic Throne All Star 2006, Kizer Carlos Pianovski Type M" muss es da schon sein. Hoffentlich verdienen Deine Eltern gut, lieber Nils!

Taktika-Teammitglied Konstantins hat schon einige tolle Fotos aufzuweisen, die zeigen, dass die Jungs alles zum aufgleiten und runterrutschen verwenden, was sich ihnen so in den Weg stellt. Beliebt sind natürlich Treppengeländer, Begrenzungszäune, aber auch Denkmäler Wer so ein Ding in einem einsamen Park aufstellt, wo es keinen interessiert, der ist eigentlich selbst Schuld, oder? - Das Leben in Lettland ist aufregend.

Nur gut, dass es gegenwärtig so einen gewaltigen Bauboom gibt. Überall wird etwas neues gebaut, meist mit schönen glatten Wänden, scharfen Kanten oder Vorsprüngen. Und wo nichts Interessanteres zu finden ist, da bauen sich die Inliner-Jungs auch schon mal eine Rampe vor einen ordentlichen Zaun und springen drüber (wer es denn schafft - ein geiles Foto muss mindestens dabei herausspringen...)

Mārtiņš hat auch noch einen Zusatzjobs beim Taktika-Klub. Er ist Videofilmer. Auf einer eigenen Seite stellt er die Werke allen Interessierten zur Verfügung. Und weil der Mensch ja auch von etwas leben muss, werden auch alle interessanten Firmen Lettlands, die etwas für den Bereich Inlineskating anzubieten haben, sorgfältig zusammengestellt. Aber eigentlich will "Taktika" ja das Geschäft lieber selber machen! Einen Internetversand für "Freunde agressiven Skatings" haben die fünf Freunde gleich noch selbst gegründet. Na, das ist doch eine runde Sache!
(und Hals und Beinbruch, Jungs, wie man so sagt...)

Wer sich für eine Kontaktaufnahme interessiert, kann an
taktika@inbox.lv schreiben. Na, Englisch wird dort sicherlich (mindestens) gesprochen ...

28. Juni 2006

Haben wir Mittsommernacht vergessen?

Nein, haben wir nicht. Aber in Deutschland spielt das keine große Rolle. Auch nicht jeder Lette feiert das traditionell und gemäß der Regeln im Kulturführer. Manchmal reicht ein Feuer am Strand der Ostsee und ein wenig Bier. Bitte hier anzusehen. Lettischer Humor ist das vielleicht.

27. Juni 2006

Fußballrückblick - Vor zwei Jahren


Die Ukraine ist als einzige osteuropäische Mannschaft bei der Fußball WM 2006 noch dabei. Die anderen müssen auf die EM-Qualifikation warten. Wird es dann wieder so etwas geben ,wie vor 2 Jahren? Festzuhalten ist, die deutsche Mannschaft hat sich gewandelt, hoffen wir auf die Letten.

21. Juni 2006

Rigas neuer kultureller "In-Treff" - Muzeo-Zone am Hafen

Verrrückte, aber gegenüber der schnell wachsenden Konsumwelt aussichtslose Kultgurprojekte gab es schon genug in der lettischen Hauptstadt Riga - sollte man meinen. Auf ein sensibles Bewußtsein für traditonelle Werte und politische Absichtserklärungen hoffend, startete so mancher in die neue Zeit mit einer Menge Illusionen im Kopf - und wenig Geld in der Tasche.
Dem gegenüber schreitet die Entwicklung der Business- und Konsumwelt in Rigas Innenstadt schnell voran: die Grundstückspreise steigen ins Unermessliche, Banken und ausländische Firmen streiten sich um die Filetstücke der Altstadt.
Platz für Rigas alternative Kulturszene schien es nicht mehr zu geben. Bis, ja bis am 20.Mai 2006, im Rahmen von Rigas "Nacht der Museen", in der Nähe des Rigaer Passagier- und Jachthafens die MUSEO-ZONE eröffnet wurde.

Wer an diesem Tag dabei war, wird gestaunt haben über das breite Spektrum von Besucherinnen und Besuchern: von älteren Folklorefans bis zu ausgeflippten Punks, von sachlich gekleideten jungen Managertypen bis zu träumerischen Weltenbummlern war alles vertreten. Inklusive den staatlichen Repräsentanten: Kultusministerin Helena Demakova hielt eine Eröffnungsrede, und auch Wirtschaftsminister Aigars Štokenbergs beehrte das neue Kulturareal mit seiner Anwesenheit. Zunächst für zwei Jahre ist das Areal, kaum 15 Minuten zu Fuß von der Altstadt gelegen, für die verschiedenen Kulturgruppen zur Nutzung freigegeben.

Kernstück des Geländes ist eine ehemalige Lagerhalle, mit solidem Holzgerüst erbaut, die nun zum "Museum für naive lettische Kunst" erklärt wurde. Sorgsam gesäubert, und in warmen und freundlichen Farben innen gestaltet, wartet es nun auf seine Gäste. Unter den Initiatoren sind Aivars Leitis, Kunstwissenschaftler aus Valmiera und Buchautor eines Werkes über die naive Kunst in Lettland ('Tīrradņi. Naivā māksla Latvijā'), und Dzintars Zilgalvis, bisher als Betreiber der schwimmenden Galerie NOASS bekannt.

Dass sich aber die kreativen Aktivitäten nicht auf ein traditionelles Museum beschränken werden, bewiesen am 20.Mai die Vielzahl anderer Aktivitäten: Die Dichterin Amanda Aizpuriete beteiligte sich zusammen mit einigen weiteren Dichterkollegen, "TEC 1" hatte ihre Performances vorbereitet, und das „Laboratory of Stage Arts” brachte Aufführungen als Verbindung von Dichtung und Jazzmusik. Auf dem weitläufigen Gelände (einzige Sorge der Betreiber: hoffentlich fällt nachts niemand ins Hafenbecken...) hatten sich freie Künstler mit ihren Mulitmedia-Vorführungen aufgebaut, und auf mehren Bühnen gab es stundenlang verschiedene Darbietungen, von der Nachwuchsband "Astro'n'out" bis zu den Trommlern von "Afroambient" oder den rockigen Stücken von "Mona de Bo" oder "IndiGo".

Sogar eine kleine alternative Herberge richtete eine Initiativgruppe auf dem Gelände in einem alten Verwaltungsgebäude ein. Mit altlettischen Gesängen und rytuellen Beschwörungen wurde es eingeweiht und die geschmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten den interessierten Besuchern stolz vorgeführt.

Finanziell unterstützt wird das Projekt unter anderem vom lettischen Energieversorger LATVENERGO, vom Kulturministerium, von der lettischen Kulturstiftung, vom Rigaer Stadtrat und von einigen Firmen, die es als Beitrag zur Stadtentwicklung aufbauen wollen. Wem in Zukunft das bekannte Treiben in Rigas Altstadt zu langweilig wird: wagt ein paar Schritte weiter zur Halbinsel Andrejsala und zur "Museo-zone".

Hier noch einige Eindrücke von der Eröffnungsnacht am 20.Mai. Und wer demnächst mal in Riga ist, sollte sich den Veranstaltungsort auf jeden Fall merken!

Noch gibt es leider keine eigene Internet-Seite von MUSEO-ZONE. Lettischsprachige Infos sind verfügbar über eine Seite der Entwicklungsagentur "Jaunie trīs brāļi", über das lettische Kulturministerium, oder auf der Seite der Galerie NOASS.





17. Juni 2006

Letten bei den Hansetagen in Osnabrück


Der Bremer Bischof spielte eine große Rolle in der Entwicklung der mittelalterlichen Stadt Riga. Viele Westfalen und andere wanderten dorthin aus. Dann wurde sie wichtige Hansestadt. Das feiern wir heute mit einem jährlichen Hansetag, der zur Zeit in Osnabrück stattfindet.
Die Stadt Riga hat sich nicht lumpen lassen und Spielleute geschickt, die das ganze musikalisch begleiten.

1. Juni 2006

Vom Eishockey lernen - damit Riga nicht dem Größenwahn verfällt ...

Der Monat Mai geht auch in Lettland mit einigen ungewöhnlich kalten Tagen zu Ende - Gelegenheit, auch noch einmal auf das Großereignis Eishockey-WM zurückzublicken und die Frage zu stellen, welche Lehren aus dem Ablauf der Veranstaltung zu ziehen sind. Wer das Ereignis in Riga miterlebt hat, wird einige Trends erkannt haben, von denen enige doch ein paar nachdenkliche Sorgenfalten auf der Stirn hinterlassen haben dürften.

Schweden ist Weltmeister! Die skandinavischen Nachbarn aus Finnland wurden Dritter - und damit endete es auch für die Gastgeber geschäftlich noch glimpflich. Nicht umsonst waren nur die Straßen vom
Hafen zum Hockeystadion mit den WM-Begrüßungsflaggen geschmückt: die per Schiff aus Schweden angereisten Sportfans benahmen sich ganz nach den Erwartungen der Gastgeber: sie belagerten schon mittags die Kneipen und Straßencafes, nächtigten in Mittel- und Oberklassehotels, schauten sich möglichst viele Spiele ihrer Mannschaft live an, und belebten auch die übrige lettische Geschäftswelt während der WM-Wochen.

So positiv sahen es aber längst nicht alle. 22 Lat (33 Euro) kostete die günstigste Eintrittskarte zu den Spielen der WM - bei ca. 450 Euro Monatslohn für "Janis den Durchschnittsletten" durchaus eine Sache, auf die man ein Jahr sparen kann. Wer also Lettland-Tschechien (ein Unentschieden gegen einen Favoriten) oder beispielsweise den Sieg gegen Norwegen mitverfolgt hat, der wird (aus lettischer Sicht) vielleicht zufrieden nach Hause gegangen sein. Mussten aber die Hotels der Rigaer Innenstadt ihre Preise gleichzeitig unbedingt verdoppeln oder verdreifachen? Wird sich ein lettischer Fan auch noch ein Spiel Slawakei-Italien ansehen? Warum gab es nur derart spärlichen Service für die Auslandspresse? Und wer hat das viele Geld ausgegeben für die in der Altstadt überall aufgestellten Großbildfernseher, vor denen sich regelmäßig nur wenige Fans - eigentlich nur die zufällig vorbeigekommenen Passanten - versammelten?

Einige Fragen bleiben. Auch in der lettischen Presse waren sie ähnlich nachzulesen. So fragte DIENA in der Ausgabe am 23.Mai, warum nicht alle Eintrittskarten verkauft worden waren (67% der verfügbaren Anzahl), und waru
m so viele Hotelbetten leer blieben. Offensichtlich wähnt sich speziell Riga gegenwärtig in einem Tourismusboom - und alle rennen los, um irgendwie ein Geschäft zu machen. So waren WM-Eintrittskarten schon 2005 von einigen Tourismusagenturen aufgekauft worden, verknüpft mit Pauschalbuchungen von Hotelzimmern. Offiziell galt also vieles schon im Vorfeld aus "ausverkauft" - in Wirklichkeit waren während des laufenden Wettbewerbs an immer mehr Stellen Schilder zu sehen: "Hier gibt es Eintrittskarten". So sollen Karten selbst zum Endspiel, offiziell mit einem Preis von 123 Lat versehen, kurz vor dem Spiel für 20 - 40 Lat erhältlich gewesen sein. Andere Extremfälle wurden von Fangruppen aus Slowenien und Tschechien berichtet: Lieber charterten sie ein Flugzeug, um dann direkt nach dem Spiel in die Heimat zurückzufliegen, als dass man sich auf die überhöhten Preise in Riga und einen teuren Aufenthalt eingelassen hätte.

Was wäre nur gewesen, wenn etwa Kanada, die USA, Slowenien oder Tschechien die Finalspiele unter sich ausgemacht hätten? Für die Fans der einen wäre die Anreise zu weit (der Austragungsort zu unbekannt), für die anderen der Aufenthalt zu teuer gewesen. In sofern wurde die Veranstaltung vor allem durch die sportlich erfolgreichen Schweden und Finnen geretttet - auch wenn selbst bei Spielen der lettischen Mannschaft nur durchschnittlich 9578 Zuschauer gezählt wurden (in einer Halle, die 10.000 Menschen fasst).


"Eines der Probleme waren die Spekulationsgeschäfte", so wird Uldis Vitolins, Chef der lettischen Agentur zur Tourismusentwicklung (TAVA) in der Presse zitiert (DIENA, Delfi). So soll in Moskau ein Sonderzug mit tausenden Fans bereit gestanden haben - bis Russland dann doch in der Zwischenrunde ausschied. Die russischen Fans blieben zu Hause.
Die Organisationsleitung muss wohl auch eigene Verluste ausgleichen: für 20.000 potentielle Gäste hatte man Hotelbetten vorreservieren lassen - für 3,7 Millionen Euro.
Inhaber von Kneipen der Altstadt wiederum klagen, die Straßen seien zur WM-Zeit oft ziemlich leer gewesen. Janis Jenzis, Vorsitzender der lettischen Hotel- und Gaststättenvereinigung (LVRA), sieht dagegen keinen Grund zur Klage. Alles sei "wie in einem gewöhnlichen Mai" gewesen, wird er zitiert (Delfi). Beobachter sehen es anders: "Ein Wettbewerb der Gierigen" sei es gewesen - so sieht es auch die BALTIC TIMES in der Rückschau, verbunden mit der Frage, ob die Verantwortlichen in der lettischen Hauptstadt daraus gelernt hätten.

Gegenwärtig sieht es nicht so aus. Im Herbst steht der NATO-Gipfel in Riga an, und wieder wird sich die Stadt im Lichte internationaler Aufmerksamkeit sonnen können. Die Stadt ist ein "teures Pflaster" geworden. Die Kommerzialisierung in der Innenstadt ist so gut wie abgeschlossen, der Wandel von einer verschlafenen grauen Stadt hinter dem "eisernen Vorhang" hin zur Metropole der Möchtegern-Trendsetter ist vollzogen. Längst haben sich alle Rigenser, die sich ein solches Lotterleben nicht leisten können (wie es hier vom Glückspiel bis zum Nachtleben angeboten wird), irgendwo anders hin verzogen. Riga ist bereit: für die vergnügungssüchtigen, vermögenden Mittelklassetouristen aus einem möglichst vermögenden Ausland.

So ist es wohl auch nicht ausgeschlossen, dass die internationalen Sportfans in diesem Jahr doch eher das Geld gespart haben, um nur wenig später bei der Fußball-WM in Deutschland dabei sein zu können. Die entsprechenden Statistiken werden es sicher noch ausweisen. Viele der lettischen Sportfans werden sich auch am liebsten an den schönen Überraschungen erfreuen, die Sportler dieses kleinen Landes immer wieder bieten. Dieser Tage war es plötzlich wieder die Leichtathletik: Speerwerfer Vadims Vasilevskis warf mit 90,43m eine Jahresweltbestweite.