20. November 2005

Hannah Arendt und Vaira Vike-Freiberga

Die Lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga erhält am 16. Dezember in Bremen den diesjährigen Hannah-Arendt-Preis. Die Lettische-presseschau.de meint, dies sei " wahrlich kein Zufall". " Hatte sie sich doch die Freiheit herausgenommen, der Einladung ihres russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu den Moskauer Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai zwar nachzukommen, gleichwohl aber den Gastgeber in deutlichen Worten daran erinnert, daß die Befreiung Europas vor der braunen Gefahr mit der Besatzung ihrer Heimat einhergegangen war. Die Zerschlagung des Nazi-Regimes dürfe nicht einen Schleier der Nachsicht über die sowjetische Gewaltherrschaft legen. Beide Systeme verkörperten einen totalitären Machtanspruch."
Das hätte die jüdische Philosophin Hannah Arendt vermutlich ganz ähnlich gesehen.
"In ihrem Hauptwerk ... (deutsch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, 1955) verbindet sie die Entstehungsbedingungen von nationalstaatlichem Totalitarismus im 19. Jahrhundert mit der Entstehung des Antisemitismus", heißt es in einem biographischen Abriß des Deutschen Historischen Museums. "Mit ihrem Totalitarismusbegriff untersucht sie außerdem die strukturelle Gleichheit von Faschismus und Stalinismus."

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